Papst Benedikt: Trivialisierung von Sexualität führt zur Erniedrigung der Frau

Schriftliche Botschaft an den neuen thailändischen Botschafter beim Heiligen Stuhl

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ROM, 14. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Geißel des Menschenhandels in Südostasien werde zum Teil durch die Trivialisierung der Sexualität in den Unterhaltungsmedien verursacht. Das erklärt Papst Benedikt XVI. in seiner schriftlichen Ansprache an den neuen thailändischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Chaiyong Satjipanon, der am Donnerstag im Vatikan seine Empfehlungsschreiben präsentierte.



Der Heilige Vater lobt in dem Schreiben, das er dem Diplomaten selbst überreichte, die „festen Bande der Achtung und der Freundschaft zwischen Thailand und dem Heiligen Stuhl, die auf eine bemerkenswerte Geschichte von über 400 Jahren zurückblicken". Diese Bande seien „Quelle einer besonderen Kraft, die beiden Seiten in ihrem Dienst an der Menschheit zuteil wird.“

Das Papst hebt hervor, dass zur Erreichung eines „authentischen Fortschritts“ eine moralische Handlungsweise unerlässlich sei. „Das Recht auf bedeutungsvolle Arbeit und einen akzeptablen Lebensstandard, die Gewissheit einer fairen Verteilung von Gütern und Reichtum und der verantwortungsvolle Gebrauch von Ressourcen hängen von einem Konzept der Entwicklung ab, das sich nicht lediglich auf die Befriedigung materieller Bedürfnisse beschränkt. Vielmehr muss ein solches Konzept die Würde der menschlichen Person unterstreichen – dem eigentlichen Subjekt allen Fortschritts – und auf diese Weise das Gemeinwohl aller steigern, einschließlich der Minderheiten.“ Während ein solches Ziel auch nur dank der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft erreicht werden könne, so sei genauso wahr, dass lokale und regionale Initiativen viele Dinge ermöglichten.

Die katholische Kirche mache in ihrem Dienst am thailändischen Volk keine Unterschiede, fährt Benedikt XVI. fort. Ihre Mission der Wohltätigkeit, besonders gegenüber den Armen und den Leidenden, „zeugt von dem ‚unzerstörbaren Bündnis zwischen der Liebe Gottes und der Nächstenliebe'. Die Geißel von Aids, Prostitution und Menschenhandel mit Frauen und Kindern, die weiterhin die Länder dieser Region heimsuchen, sind für sie von besonderer Bedeutung.“

Zweifellos stelle die Armut einen entscheidenden, diesem Phänomen zugrunde liegenden Faktor dar, den die Kirche stetig zur Sprache bringe. Andererseits müsse zugegeben werden, dass „der Verfall
moralischer Werte, der durch die Trivialisierung der Sexualität in den Medien- und Unterhaltungsindustrien angetrieben wird, zur Erniedrigung der Frau und sogar zum Missbrauch von Kindern führt.“

Die Komplexität dieser unaussprechlichen Ausbeutung verlange nach „einer gemeinschaftlichen internationalen Antwort“. In diesem Sinn beobachte der Papst die zunehmende Verpflichtung Thailands „zu unterschiedlichen internationalen Konventionen und Protokollen, die dafür bestimmt sind, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel zu bekämpfen“, mit besonderem Interesse. „Diese internationale Zusammenarbeit, Hand in Hand mit einem unnachgiebigen innenpolitischen Entschluss der Korruption und Straflosigkeit entgegenzutreten, die diese Verbrechen erleichtern, werden zu einer Kehrtwende der Hoffnung und der Würde für alle Beteiligten führen. Für diese Bemühungen kann ich Ihnen äußerste moralische Unterstützung und praktische Hilfe seitens der Kirche zusichern.“

Zum Abschluss seiner schriftlichen Ansprache verweist der Heilige Vater auf Thailands „bedeutenden Fortschritt in Richtung einer Neubelebung seiner demokratischen Einrichtungen. Ich schließe mich den Menschen Ihres Landes an, da sie der vollständigen Wiederherstellung der Strukturen und Prozeduren entgegen blicken, die da helfen werden, soziale Spannungen einzudämmen und die politischen Rechte von Minderheiten zu respektieren“, so Papst Benedikt XVI.

„Ich möchte diese Gelegenheit dazu nutzen, in den kommenden Wochen zu einem fairen und gerechten Wahlgang zu ermutigen, der die Teilnahme aller begünstigt und die Stimme des Volkes ehrt.“