Papst Benedikt verurteilt Missbrauchsfälle und bestärkt junge Berufungen

Eucharistiefeier mit den australischen Bischöfen, Seminaristen und Ordensleuten

| 837 klicks

SYDNEY, 19. Juli 2008 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag stand Papst Benedikt XVI. der Heiligen Messe vor, die er zusammen mit 65 Bischöfen, den Seminaristen, den Novizen und Novizinnen der verschiedenen Ordensgemeinschaften in der St. Mary Cathedral in Sydney feierte. Während des Gottesdienstes weihte der Papst den neuen Altar der Kathedrale.



In seiner Predigt verurteilte Benedikt XVI. erneut scharf die Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker. Mit seinen bewegten Worten brachte der Heilige Vater seine persönliche Nähe und sein Verständnis gegenüber den Opfern zum Ausdruck.

„Es tut mir sehr Leid für den Schmerz und das Leiden, die die Opfer erduldet haben“, so der Papst in Ergänzung zu seiner vorbereiteten Predigt. „Ich versichere euch, dass auch ich als ihr Hirte mit ihnen leide.“ Anschließend fuhr er fort: „Diese Vergehen, die einen so schweren Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine eindeutige Verurteilung. Sie haben großen Schmerz verursacht und dem Zeugnis der Kirche geschadet.“

Die Heilige Messe mit den Bischöfen, Seminaristen, Diakonen und jungen Ordenleuten solle, so der Papst, ein Moment der Erneuerung der Hingabe an Gott und der Erneuerung für die ganze Kirche in Australien sein.

Aufgabe aller sei es, im Kampf gegen dieses Übel zusammenzuarbeiten. Den Opfern müsse Mitgefühl und Fürsorge zuteil werden. „Die Verantwortlichen für diese Übel müssen vor Gericht gestellt werden“, forderte der Papst. Es sei eine dringende Priorität, eine sicherere und gesundere Umgebung zu fördern, besonders für die jungen Menschen. Benedikt XVI. sicherte sein Gebet zu, damit diese Zeit der Läuterung zu Heilung, Versöhnung und immer größerer Treue gegenüber den moralischen Forderungen des Evangeliums führt.

In seiner Predigt zur Altarweihe erinnerte der Papst des Weiteren daran, dass ebenso wie der Altar auch die Priester und Ordensleute geweiht und somit „ausgesondert“ worden seien für den Dienst an Gott und für den Aufbau seines Reiches. Allzu oft jedoch stehe man jedoch in einer Welt, die Gott „beiseite schieben“ wolle.

Im Namen der menschlichen Freiheit und Autonomie werde Gottes Name schweigend übergangen, Religion auf private Frömmigkeit reduziert und der Glaube in der Öffentlichkeit gemieden. Auch die Kirche spüre den Einfluss dieser Mentalität.

Man könne der Versuchung erliegen, das Glaubensleben zu einer reinen Gefühlssache zu machen und so seine Kraft zu verringern, eine konsequente Weltsicht und einen rigorosen Dialog mit den vielen anderen Ansichten zu inspirieren, die um den Geist und das Herz unserer Zeitgenossen wetteifern.

Die Frage nach Gott jedoch könne „niemals totgeschwiegen werden“. Gleichgültigkeit gegenüber der religiösen Dimension der menschlichen Existenz würdige letztlich den Menschen selbst herab und betrüge ihn. Das Ergebnis sei eine Kultur des Todes.

Eine solche Entwicklung ist nach Worten des Papstes „ein Schritt zurück, eine Form der Regression, die letztlich die Quellen des Lebens selbst für den einzelnen Menschen und für die ganze Gesellschaft austrocknen lässt“.

Das Kreuz mit seiner Botschaft von einer unverdienten Liebe, die über das Böse, die Sünde und den Tod triumphiert und neues Leben sowie unvergängliche Freude schafft, sei am Ende der einzig wirkliche Maßstab. Der Weg der Heiligung jedoch erfordere eine ständige Umkehr.

Mit einem besonderen Wort der Zuneigung und der Ermutigung wandte sich Benedikt XVI. an die Seminaristen und die jungen Ordensleute. Sie hätten sich auf den Weg einer besonderen Weihe gemacht und seien aufgefordert, auf die Wahrheit des Wortes Gottes zu vertrauen und fest auf seine Verheißungen zu hoffen. „Fürchtet euch nicht!“, rief ihnen der Papst zu. „Glaubt an das Licht! Nehmt euch die Wahrheit zu Herzen, die wir in der heutigen zweiten Lesung gehört haben: ‚Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit’(Heb 13,8). Das Licht von Ostern vertreibt weiterhin die Finsternis!“

Die Seminaristen und die jungen Ordensleute sollten ehrlich und tief in die Disziplin und den Geist der Ausbildungsprogramme eindringen und dem persönlichen und liturgischen Gebet treu sein sowie vertraut mit der Schrift umgehen.

„Lasst also das Gebet und die Meditation des Wortes Gottes das Licht sein, das die Schritte auf dem Weg, den der Herr für euch vorgezeichnet hat, erhellt, läutert und leitet. Macht die tägliche Eucharistiefeier zum Zentrum eures Lebens.“