Papst Benedikt verweist auf das leuchtende Zeugnis des Apostels Barnabas

Wegbereiter für die Aufnahme des frisch bekehrten Paulus in der Jerusalemer Gemeinde

| 820 klicks

ROM, 11. Juni 2008 (ZENIT.org).- Ehe sich Benedikt XVI. heute Mittag von den Pilgergruppen verabschiedete, die um 10.30 Uhr zur Generalaudienz auf dem Petersplatz zusammengekommen waren, verwies er auf das leuchtende Zeugnis des heiligen Barnabas. Die Kirche begeht am 11. Juni den Gedenktag des Apostels.



Der Begleiter des Paulus, der im Tagesgebet der heutigen Eucharistiefeier als „Mann voll des Glaubens und des Heiligen Geistes“ gewürdigt wird, möge alle jungen Menschen darin bestärken, „immer im Geist des auferstandenden Jesus zu wandeln“, bekräftigte der Heilige Vater. Den Kranken helfe er, „sich den Willen Gottes zu Eigen zu machen“, und den Frischvermählten, „großzügige Zeugen der Liebe Christi zu sein“.

Während der letzten Generalaudienz des Monats Januar 2007 hatte der Bischof von Rom darauf hingewiesen, dass Barnabas, der aus Zypern stammte und dessen Name übersetzt „Sohn der Ermahnung“ oder „Sohn des Trostes“ bedeutet, in der frühchristlichen Gemeinde von Jerusalem, in der man dem ehemaligen Verfolger noch misstraute, der „Garant für die Bekehrung des Saulus“ gewesen sei.

„Nachdem er sich in Jerusalem niedergelassen hatte, war er einer der ersten, die nach der Auferstehung des Herrn zum Christentum übertraten. Mit großer Hochherzigkeit verkaufte er Ackerland, das sein Eigentum war, und überreichte den Gewinn an die Apostel für die Bedürfnisse der Kirche.“

Zusammen mit dem Völkerapostel Paulus, dem die Kirche ab dem kommenden 28. Juni aus Anlass des 2.000 Geburtstags ein Jubiläumsjahr widmen wird, wurde Barnabas später von der Kirche in Antiochia in die Mission entsandt: „Gemeinsam machten sie die Reise, die unter dem Namen der ersten Missionsreise des Apostels bekannt ist. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Missionsreise des Barnabas, denn er war der wahre Verantwortliche, dem sich Paulus als Mitarbeiter anschloss. Sie gelangten zu den Regionen von Zypern und Zentral- und Südanatoliens in der heutigen Türkei und in die Städte Attalia, Perga, Antiochia in Pisidien, Ikonion, Lystra und Derbe.“

Nach dem Konzil von Jerusalem – durch die Loslösung der Beschneidung von der christlichen Identität hatten die Apostel die „Kirche der Heiden“ überhaupt erst möglich gemacht – gerieten Paulus und Barnabas zu Beginn der zweiten Missionsreise in eine Auseinandersetzung, weil sie sich nicht über ihren Gefährten einigen konnten.

Papst Benedikt kommentierte ihre Uneinigkeit mit den Worten: „Auch unter Heiligen also gibt es Auseinandersetzungen, Zwietracht und Streitigkeiten. Und dies erscheint mir als sehr tröstend, denn wir sehen, dass die Heiligen nicht vom Himmel gefallen sind. Sie sind Menschen wie wir, mit auch komplizierten Problemen. Heiligkeit besteht nicht darin, nie einen Fehler oder eine Sünde begangen zu haben. Heiligkeit wächst in der Fähigkeit zur Bekehrung, zur Reue; zur Bereitschaft, wieder neu anzufangen, und vor allem in der Fähigkeit zu Versöhnung und Vergebung. Und so kam Paulus, der dem Markus gegenüber ziemlich hart und bitter gewesen war, schließlich wieder mit ihm zusammen.“

Reliquien des Patrons von Mailand und Florenz beziehungsweise von Logroño (Spanien) werden auch in Köln aufbewahrt.