Papst Benedikt: Wahrheit fördern und Personenwürde respektieren

Empfang für die Teilnehmer des ersten Kongresses der katholischen Fakultäten für Kommunikationswissenschaften

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ROM, 23. Mai 2008 (ZENIT.org). – In der Kommunikationsbranche und Medienwelt gehe es vor allem darum, der Wahrheit immer mehr Gehör zu verschaffen und stets die Würde des Menschen zu respektieren. Das betonte Benedikt XVI. heute in einer mehrsprachigen Ansprache an die Teilnehmer des ersten internationalen Kongresses der Fakultäten für Kommunikationswissenschaften der kirchlichen Universitäten. Die Studientagung wurde vom Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel und der Päpstlichen Universität Urbaniana gemeinam ausgerichtet. Sie stand unter dem Thema: „Die Identität und die Sendung der Fakultäten für Kommunikationswissenschaften der katholischen Universitäten. Ein Blick auf die Zukunft der Kommunikation, gemeinsam mit der ganzen Kirche“.

Für eine gute Kommunikation könne eine Methode hilfreich sein, die in ihrem Inneren eine gewisse Skeptik vorweise, und zwar vor allem hinsichtlich der Fragestellungen, die das öffentliche Interesse betreffen. All dies jedoch dürfte sich nie in einen „relativistischen Zynismus“ verwandeln. Mit diesen Worten ermutigte der Papst die Dozenten und Professoren, die Begeisterung für die Wahrheit zu nähren, die gerade in den jungen Menschen stark ausgeprägt sei.

Kommunikation sei nicht allein eine „technische Übung“; sie entspreche nicht allein dem Wunsch, Informationen zu vermitteln. Sie müsse vor allem eine Einladung sein, die Wahrheit in der Kommunikation zu fördern und die Mitmenschen zum Nachdenken anzuregen, damit sie als Erzieher der Menschen von heute eine bessere Welt zu errichteten.

Benedikt XVI. forderte seine Gäste auch dazu auf, Gerechtigkeit und Solidarität mehr Raum zu geben und unter allen Umständen den Wert und die Würde des Menschen zu respektieren. Jeder Mensch habe das Recht, nicht in dem verletzt zu werden, was sein Privatleben betrifft. Der Blick des Papstes richtete sich in diesem Zusammenhang auch auf die sozial und wirtschaftlich Ausgegrenzten. Für alle Menschen wünschte er Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, zu Erkenntnis und Information. Die Globalisierung der Kommunikation dürfe deshalb nicht zum Verschwinden der lokalen kulturellen Bräuche führen.

Der Papst brachte seine Wertschätzung gegenüber religiösen Gemeinschaften zum Ausdruck, die es trotz großer finanzieller Probleme schafften, in Entwicklungsländern katholische Universitäten zu eröffnen. Eine katholische Universität zeichne sich nicht nur durch die Anzahl ihrer Studenten aus. Vor allem müsse sie eine Überzeugung zum Ausdruck bringen, und dabei gehe es darum, wirklich zu glauben, dass allein im Geheimnis des Fleisch gewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen deutlich werde.

Die Folge davon ist für den Papst, dass die katholische Identität an erster Stelle in der Entscheidung zu finden sei, sich selbst ganz Gott anzuvertrauen. Die verschiedenen Formen der Kommunikation – Dialog, Gebet, Lehre, Zeugnis, Verkündigung – und ihre unterschiedlichen Instrumente – Presse, elektronische Kommunikation, Musik, Stimme, Gestik und Kontakt – sind für Benedikt XVI. insgesamt Manifestationen der Natur des Menschen.

Kommunikation offenbare die Person und gestatte es den Menschen, in Erkenntnis, Weisheit und Liebe zu reifen. „Sie ist nicht das Produkt des Zufalls oder unserer menschlichen Fähigkeiten, sondern ein Geschenk Gottes, der will, dass wir zur Einheit mit ihm nicht allein vorstoßen, sondern durch unsere Erkenntnis, unsere Liebe und unseren Dienst an ihm und an unseren Brüdern und Schwestern – in einer kommunikativen und liebevollen Beziehung.“