Papst Benedikt: Wer hofft, lebt anders

Ansprache anlässlich des „Ad-Limina“-Besuchs der japanischen Bischöfe

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ROM, 18. Dezember 2007 (ZENIT.org).- „Wer Hoffnung hat, lebt anders; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden.“ Das bekräftigte Papst Benedikt XVI. gestern, Montag, gegenüber den japanischen Bischöfen, die sich in diesen Tagen zu ihrem „Ad-Limina“-Besuch in Rom aufhielten.

Die Ansprache des Heiligen Vaters (auf Englisch) stand ganz im Zeichen der Hoffnung, denn die „Welt dürstet nach der Botschaft der Hoffnung, die das Evangelium bringt“. Die christliche Hoffnung ist auch das Grundthema der jüngsten Enzyklika des Heiligen Vaters Spe salvi.

Selbst in so weit entwickelten Ländern wie Japan entdeckten viele Menschen, dass „wirtschaftlicher Erfolg und fortschrittliche Technologie an sich nicht ausreichen, um dem Herzen des Menschen die Erfüllung zu schenken. Wer Gott nicht kennt, der ist im letzten ohne Hoffnung, ohne die große, das ganze Leben tragende Hoffnung“, so Benedikt XVI. mit einem Wort aus „Spe salvi“ (27).

Deshalb rief er die japanischen Hirten auf, ihre Landsleute daran zu erinnern, „dass das Leben aus mehr als nur beruflichem Erfolg und Gewinn besteht. Durch das Üben der Nächstenliebe in der Familie und in der Gemeinschaft können sie ‚zu jener Begegnung mit Gott in Christus geführt werden, die in ihnen die Liebe weckt und ihnen das Herz für den Nächsten öffnet‘“ (Deus caritas est, 31).

Der Oberhirte der katholischen Kirche wies darauf hin, dass besonders junge Menschen Gefahr liefen, vom „Glanz der modernen säkularen Kultur“ geblendet zu werden. „Wie alle größeren und kleineren Hoffnungen jedoch, die auf den ersten Blick so viel zu versprechen scheinen (vgl. Spe salvi, 30), erweist sich auch diese als eine falsche Hoffnung – und tragischerweise führen Enttäuschungen nicht selten zu Depression und Verzweiflung und sogar zum Selbstmord.“

Daher müsse „ihre jugendliche Energie und ihr jugendlicher Enthusiasmus auf die Dinge Gottes hin ausgerichtet werden, die allein ausreichen, um die tiefste Sehnsucht zu stillen“. So würden mehr junge Leute ihr Leben Christus hingeben, und „einige werden die Berufung erkennen, ihm im Priesteramt oder im Ordensleben zu dienen“.

Ferner sprach der Heilige Vater über die Einwanderer in Japan. Über die Hälfte aller Katholiken Japans sind zugewandert. In der Begegnung mit ihnen sieht Benedikt XVI. eine Gelegenheit, das Leben der Kirche in Japan „zu bereichern und die wahre Katholizität des Volkes Gottes zu erfahren“. So könnten die Gläubigen wahre „Zeugen des Friedens“ werden.

„Auf diese Weise kann die Botschaft der Hoffnung, die das Evangelium schenkt, wahrhaft die Herzen und den Verstand berühren und zu einem größeren Vertrauen gegenüber der Zukunft führen, zu größerer Liebe und zur stärkeren Achtung des Lebens sowie zu zunehmender Offenheit gegenüber dem Fremden und jenem, der sich in eurer Mitte aufhält. ‚Wer Hoffnung hat, lebt anders; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden‘“ (Spe salvi, 2).

Nach dem Beispiel des großen Japan-Missionars, dem heiligen Franz Xaver, dessen 500. Geburtstag im vergangenen Jahr feierlich begangen worden war, ermutigte der Bischof von Rom seine Brüder im Hirtenamt, den Priestern, Ordensleuten, Katecheten, Lehrern und Familien jene „Gründe für die Hoffnung“, zu zeigen, „die sie erfüllt“.

Desgleichen dankte der Heilige Vater Gott für das Zeugnis von Peter Kibe und seiner Gefährten, den 188 japanischen Märtyrer, die im kommenden Jahr selig gesprochen werden. „Aus der Hoffnung dieser von Christus berührten Menschen ist Hoffnung für andere geworden, die im Dunkel und ohne Hoffnung lebten“, fügte mit „Spe salvi (8) hinzu.

Ferner drückte der Pontifex erneut seine Trauer um das jüngste Dahinscheiden von Kardinal Stephen Hamao aus. Der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs veranschauliche in seiner Person den „Bund der Gemeinschaft“, der zwischen der Kirche in Japan und dem Heiligen Stuhl bestehe.

Schließlich versicherte Benedikt XVI. den japanischen Bischöfen seines Gebetes. Er bete darum, dass die Zeit des Advents „eine Gelegenheit sei, um im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu wachsen, damit der Friedensfürst wahrhaft in euren Herzen Wohnung finden möge“.