Papst Benedikt würdigt das leuchtende Vorbild der Gott geweihten Menschen

\"Prophetisches Zeichen\" für die heutige Welt

| 497 klicks

ROM, 13. Dezember (ZENIT.org).- Um Gott einer von Hedonismus, Materialismus und Individualismus geprägten Welt nahe bringen zu können, benötige die Kirche das Glaubenszeugnis der Ordensleute und aller Gott geweihten Menschen, erklärte Papst Benedikt XVI. am Samstag bei einer Begegnung mit rund 8.000 Ordensleuten und Mitgliedern von Säkularinstituten und Gesellschaften apostolischen Lebens aus der Diözese Rom im Vatikan.



\"Die Kirche braucht euer Zeugnis. Sie braucht Gott geweihte Menschen, die sich voller Mut und mit Kreativität den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen\", sagte der Heilige Vater nach den einführenden Worten seines Generalvikars für Rom, Kardinal Camillo Ruini, in der Audienzhalle Paul XVI.

\"Angesichts des Vormarsches des Hedonismus wird von euch das mutige Zeugnis der Keuschheit verlangt. Sie ist Ausdruck eines Herzens, das die Schönheit und den Preis der Liebe Gottes kennt. Angesichts des Strebens nach Geld erinnert euer bescheidenes Leben und eure Bereitschaft, den Ärmsten zu dienen, daran, dass Gott der wahre Reichtum ist, der nicht vergeht. Angesichts des Individualismus und des Relativismus, aufgrund derer sich der Mensch für das Maß seiner selbst hält, ist euer gemeinschaftliches Leben, durch das ihr ein geregeltes Leben führen könnt, weil ihr bereit seid zu gehorchen, ein Beweis dafür, dass ihr die Verwirklichung eures Lebens in die Hände Gottes legt.\" Auf diese Weise lebe der Gott geweihte Mensch zwar mitten unter den jeweiligen historischen Bedingungen, aber in seinem Herzen ziele er weit über diese Zeit und über den heutigen Menschen hinaus, \"der oft von den Dingen der Welt vereinnahmt ist, und zeigt damit, dass sein wahres Schicksal Gott selbst ist\".

Damit ein solches Leben immer ein lebendiges und \"prophetischen Zeichen\" für das Himmelreich bleibe, müsse man Gott aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele und aller Kraft lieben – mehr als einen Menschen oder eine Sache.

Die Treue zu Gott \"ist möglich, wenn man an jenen kleinen Dingen festhält, die unersetzlich sind\". Zuallererst gelte es, den Gebetszeiten treu zu bleiben. Dann dürfe man im Dienst am Mitmenschen gemäß dem empfangenen Charisma nicht nachlassen. Schließlich erwähnte Benedikt XVI. noch die Treue zur Lehre der Kirche und zu den Sakramenten. Vor allem die Buße und die Eucharistie seien gerade in den schwierigen Situationen des Lebens eine große Stütze.

\"Fürchtet euch nicht davor, euch sichtbar als gottgeweihte Personen zu zeigen\", rief der Papst seinen Gästen zu. \"Versucht auf jede mögliche Art, eure Zugehörigkeit zu Christus zum Ausdruck zu bringen – diesen geheimen Schätz, für den ihr alles andere aufgegeben habt.\"