Papst Benedikt würdigt die Arbeit der „Miliz der Unbefleckten“

Die Gründung von P. Maximilian Kolbe besteht seit 90 Jahren

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ROM, 18. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. kam gestern während der Generalaudienz auf das 90-jährige Gründungsjubiläum der „Miliz der Unbefleckten“ zu sprechen, eine Gründung des heiligen P. Maximilian Maria Kolbe.



Schon mit 17 Jahren hatte sich der 1894 geborene Arbeitersohn dem Franziskanerorden angeschlossen. Die „Militia Immaculatae“ („Miliz der Unbefleckten Empfängnis“) gründete er während seiner Studienzeit in Rom unter dem Eindruck von antikirchlichen Demonstrationen italienischer Freimaurer in der Nacht vom 16. Oktober 1917 im Colegium Seraphicum, dem Studienhaus der Koventualen Fransziskaner, dem damaligen Sitz der Päpstlichen Universität San Buenaventura. Das Ziel der Gründung besteht nach Worten des Heiligen darin, „allen Sündern (…) und überhaupt allen Menschen die Hand zu reichen, sie zu Gott zurückzuführen und zu heiligen“.

Benedikt XVI. begrüßte die Mitglieder dieser kirchlichen Vereinigung vor Zehntausenden von Pilgern, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, und ermutigte sie, „mit erneuerter apostolischer Leidenschaft ihren Dienst am Evangelium und an der Kirche fortzusetzen“.

P. Maximilian Kolbe war 1919 nach Polen zurückgekehrt, wo er – statt des von ihm glühend erwarteten Einsatzes für den Ausbau seiner Miliz –aufgrund einer Lungenschwindsucht für zwei Jahre ins Sanatorium musste. Wieder entlassen, baute der Ordenspriester Apostolatszellen auf, und gründete – um die Verbindung zwischen ihnen sicherzustellen – die Zeitschrift „Ritter der Unbefleckten“(mit einer Erstauflage von 5.000 Exemplaren). Damit hatte Pater Kolbe die Richtung seines Lebenswerks gefunden. Ab 1927 wuchs bei Warschau die Pressestadt der Unbefleckten – das Größte, was es damals auf dem Gebiet der Publizistik in der katholischen Kirche gab.

Ein Wunsch und eine Empfehlung des Heiligen an seine Mitbrüder und die Mitglieder der „Miliz der Unbefleckten“ lautet: „Ich wünsche euch, dass ihr täglich, jeden Augenblick, der Unbefleckten näher kommt, dass ihr sie mehr und mehr kennen lernt und sie immer mehr liebt; dass ihr euch immer mehr von ihren Gedanken, Absichten und Gefühlen durchdringen lasst; dass ihr euch von ihrer Liebe zu Jesus in der Krippe und im Haus Nazareth und unter dem Kreuz und in der heiligen Eucharistie durchdringen lasst.

Mit einem Wort: dass die Flecken der Sünden und der Unvollkommenheit immer kleiner und seltener werden.

Liebt die Unbefleckte, soviel ihr nur imstande seid! Schaut auf zu ihr und betet, besonders den kurzen Stoßseufzer: ‚Maria!‘ oder in anderer Weise, indem ihr dabei eure Sorgen, Leiden, den Kummer, die Demütigungen und Schwierigkeiten ihr anvertraut.“

In diesem Geist weihen sich noch heute die Mitglieder der Miliz der unbefleckten Jungfrau Maria und verpflichten sich, sich in ihrem Geist für das Reich Gottes einzusetzen.

1930 verließ Maximilian Kolbe das aufblühende Werk, was für viele unverständlich war, um als Missionar nach Japan zu gehen, wo er ab 1931 eine der polnischen vergleichbare Pressestadt aus dem Boden stampfte und in Nagasaki Pläne für ein ganzes Netz solcher Städte in ganz Asien entwarf. 1936 kehrte er nach Polen zurück, in seine erste Pressestadt, wo zuletzt elf periodische Veröffentlichungen erschienen, darunter als Auflagenrenner der „Ritter“ mit einer Auflage von über eine Million Exemplaren.

Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Polen wurde Pater Kolbe verhaftet und am 28. Mai ins Konzentrationslager Auschwitz eingeliefert. Anstelle des Familienvaters Franz Gaiowniczek ging der Priester freiwillig in den Bunker, zum Tod durch Verhungern. Am Ende der dritten Hungerwoche wurde er durch eine Spritze umgebracht, am 14. August 1941. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 10. Oktober 1982 selig.

Die Päpstliche Theologische Fakultät San Buenaventura hat zum 90-jährigen Jubiläum der Gründung der „Miliz der Unbefleckten“ die „Kathedra Kolbiana“ errichtet, die der theoretischen und praktischen Vertiefung in die Spiritualität des modernen Heiligen dienen soll.