Papst Benedikt würdigt Frère Roger (1915-2005) und dessen "geistlich gelebten Ökumenismus"

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CASTEL GANDOLFO, 17. August 2006 (ZENIT.org).- Am Ende der Generalaudienz erinnerte Papst Benedikt XVI. am Mittwoch Tausende von Menschen an die leuchtende Gestalt von Frère Roger Schutz, der am 16. August 2005, vor genau einem Jahr, von einer 36-jährigen, offensichtlich geistig verwirrten Rumänien erstochen wurde.



"Sein Zeugnis für den christlichen Glauben und den ökumenischen Dialog ist eine wertvolle Lehre für ganze Generationen von jungen Menschen gewesen", sagte der Heilige Vater vor rund 4.000 Pilgern, die sich in Castel Gandolfo, der päpstlichen Sommerresidenz im Süden Roms, versammelt hatten, über den Gründer der Communauté von Taizé. "Bitten wir den Herrn, dass das Opfer seines Lebens dazu beitragen möge, die Bemühungen um Frieden und Solidarität derer zu stärken, denen die Zukunft der Menschheit am Herzen liegt."

Während des 20. Weltjugendtages in Köln hatte der Bischof von Rom vor einem Jahr Frère Roger als "großen Wegbereiter der Einheit" gewürdigt und hinzugefügt: "Am Tag seiner Ermordung habe ich einen Brief erhalten, der mir zu Herzen gegangen ist, weil er seine Weggemeinschaft mit mir betont und mir ankündigt, dass er bald zum Besuch zu mir kommen will. Nun besucht er uns von oben her und redet uns zu. Ich denke, wir sollten ihm, seinem geistlich gelebten Ökumenismus, von innen her zuhören, uns jetzt erst recht von diesem Zuspruch zu einem wahrhaft verinnerlichten und vergeistigten Ökumenismus führen lassen."

In dem genannten Brief hat der Gründer der internationalen ökumenischen Brudergemeinschaft dem Heiligen Vater mitgeteilt, dass er "aus gesundheitlichen Gründen leider nicht persönlich nach Köln kommen" könne, dafür aber "im Geiste anwesend" sein wolle. Und er habe den Wunsch gehabt, "so schnell wie möglich nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und zu sagen: 'Unsere Communauté de Taizé möchte in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater voranschreiten'." Am Ende seines Schreibens habe Frère Roger mit der Hand folgende Worte hinzugefügt: "Heiliger Vater, ich versichere ihnen, dass ich mit ihnen tief verbunden bin. Frère Roger von Taizé." Nachdem Benedikt XVI. diese Details während der Generalaudienz am 17. August 2005 bekannt gegeben hatte, schloss er mit dem Appell, dem Herrn auch gerade unter widrigen Umständen treu zu bleiben: "Frère Schutz ruht in den Armen der nie endenden Güte und der ewigen Liebe. Er ist in die Freude eingegangen, die nie zu Ende geht. Er lädt uns ein und ermutigt uns, auch in traurigen Situationen treue Arbeiter im Weinberg des Herrn zu sein – voller Vertrauen darauf, dass der Herr uns immer begleitet und uns seine Freude schenkt."