Papst Benedikt würdigt opferbereite Treue der Gläubigen der Ostkirchen

Die Bereitschaft zum Martyrium steht an der Wiege des Christentums

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ROM, 12. Juni 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat die Verdienste der Gläubigen der Ostkirchen gewürdigt und ihnen für ihre hochherzige Treue gedankt, die nicht selten im Martyrium sichtbar Gestalt angenommen habe.



„Heute dankt der Papst den Christen der Ostkirchen für ihre Treue, die bis zum Blutvergießen ging - bewundernswerte Erzählungen füllen die Seiten der Geschichte bis hin zur Martyriologie der heutigen Tage“, erklärte Benedikt XVI. am Samstag während seines Besuchs in der Kongregation für die Orientalischen Kirchen. Anlass waren die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen dieses Dikasteriums.

Der Heilige Vater kam bei seiner Visite unter anderem auch auf die Ernennung des argentinischen Erzbischofs Leonardo Sandri zum neuen Präfekten der genannten Kongregation zu sprechen. Er wird Kardinal Ignace Moussa I. Daoud, den emeritierten Patriarchen von Antiochien der Syrer, beerben, der aus Altersgründen seinen Rücktritt eingereicht hatte.

Die Kongregation für die Orientalischen Kirchen wurde am 1. Mai 1917 durch das Motu proprio „Dei Providentis“ von Papst Benedikt XV. zu einer selbständigen Behörde erhoben. Deshalb verwies der Heilige Vater in seiner Ansprache darauf, dass er den Namen eines Papstes angenommen habe, „der den Osten sehr liebte“. Und er betonte seinen Wunsch, ein Pontifikat zu prägen, das „ein Pilgerweg zum Herzen des Ostens“ sei.

Benedikt XVI. bekräftigte seinen Willen, den Ostchristen zur Seite zu stehen, und wiederholte „seine tiefe Anerkennung für die katholischen Kirchen des Ostens und ihre besondere Rolle als lebendige Zeugen der Ursprünge“. Ohne einen ununterbrochenen Kontakt mit der Tradition der Ursprünge „gibt es für die Kirche Christi keine Zukunft “, fuhr Benedikt XVI. fort.

„Die Ostkirchen bewahren in ganz besonderer Weise das Echo der ersten Verkündigung des Evangeliums; die ältesten Erinnerungen an jene Zeichen, die der Herr vollbracht hat; die ersten Strahlen des österlichen Lichts und das Echo des unauslöschlichen Pfingstfeuers.“

Das geistige Vermächtnis dieser Kirchen, das in der Lehre der Apostel und der Kirchenväter wurzle, „hat altehrwürdige liturgische, theologische und disziplinäre Traditionen hervorgebracht und erwiesen, wie der ‚Geist Christi‘ Kulturen und Geschichte fruchtbar machen kann. Gerade aus diesem Grund empfinde ich – genauso wie meine Vorgänger - Achtung und Zuneigung für die orthodoxen Kirchen: Denn wir sind ja durch eine besonders enge Bindung miteinander verbunden. Wir haben fast alles gemeinsam, und vor allem teilen wir die aufrichtige Hoffnung auf Einheit. Vom Grunde meines Herzens bete ich darum, dass dieser Traum bald wahr werden kann.“

Der Aufgabenbereich der Kongregation für die Orientalischen Kirche umfasst alle Angelegenheiten, die das Verhältnis der mit Rom unierten Ostkirchen und dem Heiligen Stuhl betreffen, das heißt die Verbindung mit ihnen zu suchen und zu bewahren, ihr Wachstum zu fördern, ihre Rechte zu sichern und auch das Erbe der verschiedenen orientalischen christlichen Traditionen lebendig und vollständig zu erhalten.