Papst Benedikt XVI. an Caritas-Vertreter: Die universale Liebe Christi ist die Quelle jeder karitativen Tätigkeit

Empfang im Vatikan

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ROM, 8. Juni 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing am Freitagvormittag die Mitglieder der 18. Vollversammlung von „Caritas internationalis“, die ihre Beratungen morgen, Samstag, offiziell abschließen werden. Der Papst führte den Vertretern der 162 nationalen Caritas-Teilorganisationen die bisher getroffenen Entscheidungen vor Augen und betonte, dass sie der ganzen Welt zum Segen gereichten.



Benedikt XVI. dankte den leitenden Mitarbeitern des katholischen Hilfsnetzwerkes für das Zeugnis, das der Caritas-Dachverband seit der Gründung der ersten nationalen Caritas in Deutschland gegeben hat. Aufgrund des öffentlichen Charakters der karitativen Tätigkeit, die auf die Liebe Gottes ausgerichtet sei, habe Papst Johannes Paul II. der „Caritas internationalis“ im Jahr 2004 den Status eines Rechtssubjekts verliehen, wodurch ihr Status als Mitglied der Kirche besiegelt worden sei. Die Caritas arbeite somit nicht neben der Kirche, sondern als Teil der Kirche, der vom Päpstlichen Rat „Cor Unum“ begleitet und geleitet wird.

Die besondere Sendung des Zusammenschlusses besteht nach Worten Benedikts XVI. darin, der Kirche dabei zu helfen, überall in der Welt die Liebe Gottes zu verbreiten. „Der wahre Begriff der caritas zieht uns hinein in das Herz des Christentums, in das Herz Christi“, so der Papst. In der karitativen Arbeit könnten die Fürchte der Liebe Christi sichtbar zum Ausdruck kommen. Und die Liebe finde ihre größte Erfüllung in der Selbsthingabe.
„Das Herz der caritas ist die Opferliebe Christi, und jede Form der individuellen oder organisierten karitativen Tätigkeit in der Kirche muss immer in ihm, der Quelle der Liebe, ihren Bezugspunkt haben.“ Das habe praktische Konsequenzen, führte der Papst weiter aus.

Als erstes müsse jeder karitative Akt vom Glauben inspiriert sein, das Zeugnis der karitativ tätigen Menschen mit eingeschlossen. Zum zweiten sei die karitative Tätigkeit der Kirche universal und schließe eine Verpflichtung zur sozialen Gerechtigkeit mit ein. Ungerechte Strukturen zu verändern sei in sich nicht ausreichend, um das Glück des Menschen zu gewährleisten; und politische Interessen gehörten nicht zur unmittelbaren Kompetenz der Kirche.

Papst Benedikt rief dazu auf, die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in den Blick zu nehmen. Die großen Herausforderungen unserer Zeit - Globalisierung, Missbrauch der Menschenrechte, ungerechte soziale Strukturen – könnten nicht angegangen und überwunden werden, wenn die Aufmerksamkeit nicht „auf die tiefsten Bedürfnisse des Menschen“ gerichtet würden: „die Förderung der Würde des Menschen, das Wohlergehen und schließlich das ewige Heil“.

Gegen Ende der Begegnung brachte der Heilige Vater seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der internationale Caritas-Dachverband von all diesen Prinzipien inspiriert sei. Die Anwesenden ermutigte er, weiterhin ihrer besonderen Sendung der Verbreitung der Liebe Christi gerecht zu werden.