Papst Benedikt XVI.: Augustinus, das Vorbild für junge Menschen

Zweite Generalaudienz des Jahres 2008

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ROM, 9. Januar 2007 (ZENIT.org).- Die Aktualität des Lebens und der Lehre des heiligen Kirchenvaters Augustinus standen im Mittelpunkt der zweiten Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. in diesem neuen Jahr.



In der Audienzhalle Pauls XVI. gab der Heilige Vater rund 8.000 Pilgern und Gläubigen einen Vorgeschmack dessen, was sich die Teilnehmer der Generalaudienz in den kommenden Wochen erwarten dürfen: den Einblick in das Leben eines Menschen, der unermüdlich nach der Wahrheit suchte und schließlich in der Bekehrung zu Christus und in einem Leben aus dem Glauben, das in der tätigen Nächstenliebe seinen Niederschlag findet, Friede und Erfüllung fand.

„Augustinus wurde in Thagaste in der Provinz Numidien im römischen Afrika am 13. November 354 als Sohn des Patricius, eines Heiden, der später ein Katechumene wurde, und Monika, einer eifrigen Christin, geboren“, erklärte Papst Benedikt zu Beginn seiner Ausführungen. „Diese leidenschaftliche Frau, die als Heilige verehrt wird, übte auf ihren Sohn einen sehr großen Einfluss aus und erzog ihn im christlichen Glauben. Augustinus hatte auch das Salz als Zeichen der Aufnahme ins Katechumenat empfangen. Und er blieb immer fasziniert von der Gestalt Jesu Christi. Ja, mehr noch: Er selbst sagt, dass er Jesus immer geliebt, sich aber immer mehr vom kirchlichen Glauben, von der kirchlichen Praxis entfernt habe, wie es auch heute vielen jungen Menschen ergeht.“

Dank der beeindruckenden Predigten des heiligen Bischofs Ambrosius fand Augustinus in Mailand nach mehreren Irrwegen den Schlüssel zum Verständnis der Heiligen Schrift und betrachtete vor allem die Briefe des Völkerapostels Paulus. „Die Bekehrung zum Christentum am 15. August 386 bildete somit den Höhepunkt eines langen und mühsamen inneren Weges, von dem wir noch in einer weiteren Katechese sprechen werden, und der Afrikaner begab sich aufs Land im Norden Mailands am Comer See – zusammen mit seiner Mutter Monika, seinem Sohn Adeodatus und einer kleinen Gruppe von Freunden –, um sich auf die Taufe vorzubereiten. So wurde Augustinus im Alter von 32 Jahren am 24. April 387 von Ambrosius in der Osternacht im Mailänder Dom getauft.“

Als Bischof von Hippo, einen Dienst, den er ab dem Jahr 395 mehr als 35 Jahre lang bis zu seinem Tod ausübte, predigte Augustinus mehrere Male in der Woche, unterstützte die Armen und Waisen und sorgte sich zudem für die Ausbildung des Klerus und die Organisation von Frauen- und Männerklöstern. „In kurzer Zeit behauptete sich der vormalige Rhetor als einer der bedeutendsten Exponenten des Christentums der damaligen Zeit.“ Dem Manichäismus, dem Donatismus und dem Pelagianismus, „die den christlichen Glauben an den einen und an Erbarmen reichen Gott gefährdeten“, trat er mutig entgegen.

Papst Benedikt empfahl ausdrücklich die Lektüre der „Bekenntnisse“, in denen Augustinus sein Leben und seine innere Entwicklung zur Bekehrung zum Christentum ausführlich beschreibt.

Wie aktuell Augustinus heute ist, zeigt Benedikt XVI. auch in seiner zweiten Enzyklika Spe salvi, in der er mehrmals auf seinen Lieblingskirchenvater zu sprechen kommt.

Unter anderem erklärt er: „In der Tat ging es Augustinus genau darum..., Hoffnung weiterzugeben – die Hoffnung, die ihm aus dem Glauben kam und die ihn befähigte, ganz gegen sein nach innen gewandtes Temperament am Bauen der Stadt entschieden und mit allen Kräften teilzunehmen.“ In diesem Sinn habe Augustinus in den „Bekenntnissen“ eine seiner tiefen Erfahrung geschildert: Christus ,,tritt für uns ein, sonst würde ich verzweifeln. Viel und schwer sind die Schwachheiten, viel und schwer, aber stärker ist deine Medizin. Wir könnten denken, dein Wort sei weit von einer Verbindung mit dem Menschen und könnten an uns verzweifeln, wenn dies Wort nicht Fleisch geworden wäre und unter uns wohnte.“

Und Benedikt XVI. kommentiert diesbezüglich: „Von seiner Hoffnung her hat sich Augustinus für die einfachen Menschen und für seine Stadt verausgabt – auf seine geistige Noblesse verzichtet und einfach für die einfachen Menschen gepredigt und gehandelt“ (29).