Papst Benedikt XVI. beglückwünscht Gemeinschaft Cenacolo zum 25. Jahrestag ihrer Gründung

Schwester Elvira baute 50 Niederlassungen zur Heilung von Drogenabhängigen auf

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ROM, 3. Juli 2008 (ZENIT.org).- Die Gemeinschaft Cenaculo feierte ihren 25. Geburtstag zusammen mit Benedikt XVI. in Rom. Nachdem der Papst gestern, Mittwoch, wie gewöhnlich seine Katechese gehalten hatte, begrüßte er in der Audienzhalle Pauls VI. einige anwesende Pilgergruppen besonders herzlich, unter anderem auch an die Vertreter der Gemeinschaft Cenacolo.

„Ich begrüße die Gemeinschaft Cenaculo zum 25. Jahrestag ihrer Gründung, und ich wünsche ihr, dass sie weiterhin für so viele junge Menschen eine Familie sei, in der sie Christus begegnen dürfen und durch die in ihnen wieder Hoffnung und Liebe geboren werden“, so der Heilige Vater.

Die Gemeinschaft Cenacolo blickt seit ihrer Gründung im Jahre 1983 durch eine italienische Ordensschwester namens Schwester Elvira Petrozzi auf eine reiche Erfahrung im Umgang mit Drogensüchtigen und Menschen zurück, die sich schwer tun im Leben und keine Orientierung finden.

Heute nimmt sich die Gemeinschaft in über 50 Niederlassungen in vielen Ländern der Welt auch der Straßenkinder an. In der Gemeinschaft gibt es Alleinstehende, Familien, Priester und gottgeweihte Brüder und Schwestern. Die Gemeinschaft Cenacolo ist als öffentliche Vereinigung von Gläubigen kirchlich anerkannt.

In Österreich gibt es verschiedene Niederlassungen von „Cenaculo“, unter anderem auch im Burgenland; ein Haus in Deutschland ist in Planung.

Die Gründerin Schwester Elvira Petrozzi schilderte beim ersten Internationalen Kongress über die Barmherzigkeit im April in Rom in San Giovanni die Laterano ihre Therapieansätze zur Rehabilitierung von Drogenabhängigen.

Die Gemeinschaft „Cenacolo" führt inzwischen in 30 Ländern Therapieheime für Drogenabhängige. Das Ziel von „Cenacolo" bestehe darin, Jugendlichen, die Unglück, Enttäuschung und Wut in ihrem Leben erfahren hätten, endlich die „Wünsche der Seele" zu erfüllen, berichtete Schwester Elvira bei der letzten Stadtmission. Immer wieder zeige sich, dass Drogenabhängigen, denen es „an nichts fehlt", das Materielle alleine nicht genügt, um die Seele zufrieden zu stellen. Die Arbeit von „Cenacolo" beziehe daher die Familien der Jugendlichen mit ein, die sich nicht „mit Geld für die Therapie" frei kaufen könnten, weil kein Geld genommen werde. Es gehe dabei nicht darum, über Familien „zu richten", im Gegenteil: Die Kinder gehörten zu ihrer Familie wie die Äste zum Baum. Um sie zu heilen, müsse man „die Wurzeln des Baumes gesund machen".

Es gelte, auch in den Schwachen und Drogenkranken das „Antlitz Christi" zu sehen, betonte Schwester Elvira.

Bei der „Cenacolo"-Therapie gebe es nach dem Aufstehen in der Früh (zwischen 5.00 und 6.00 Uhr) keinen Kaffee und keine Zigaretten, berichtete die Ordensfrau. Die einzige erlaubte „Ersatzdroge" sei die Zuwendung des zugeteilten Begleiters, der als „Schutzengel" für den Neuankömmling tätig sei. Eine der ersten Tätigkeiten am frühen Morgen sei der gemeinsame Gang in die Kapelle, wo die Schwestern mit den Jugendlichen beteten.

An der Weltbischofssynode über die Eucharistie vom 2. bis 3. Oktober 2005 nahm Schwester Elvira Petrozzi neben zahlreichen Kardinälen und Bischöfen als Gründerin von neuen geistlichen Bewegungen aus aller Welt als Auditorin teil. Dort konnte sie vor über 250 Bischöfen über ihr Projekt der Heilung von Drogenkranken sprechen (Vgl. ZENIT vom 27. September 2005).

Heute gibt es 45 Häuser der Gemeinschaft weltweit; allein in Brasilien sind es drei, genauso wie in Medjugorje, wo die Jugendlichen „kräftiger und tiefer beten". Wie spielt sich da das Leben ab? Wer heilt dort und wie?

„All diese Fragen kann ich hier nur kurz beantworten. Wer in die Gemeinschaft kommen will, wird zunächst klar vorinformiert und dann zum Nachdenken nach Hause geschickt. Er hört, dass es keine Zigaretten, keinen Alkohol, kein Geld, keine laute Musik, kein Fernsehen, keine Zeitungen, zunächst auch keine Elternbesuche und keine Medikamente gibt, ja nicht einmal Psychologen zur Betreuung. All das hatten die Jugendlichen bis dahin, haben aber die Drogen vorgezogen. Nun nehmen wir das weg und sehen, was bleibt", so Schwester Elvira.

Die Gemeinschaft betreut gegenwärtig rund 1.300 Drogenkranke. Um die 400 junge Menschen sind bereits geheilt worden. Im Schnitt bleiben mehr als 80 Prozent auch nach ihrem Weggang geheilt.