Papst Benedikt XVI. beim Angelus: Schaut dem Bösen ins Gesicht!

| 786 klicks

ROM, 11. Februar 2008 (ZENIT.org).- In seiner Ansprache vor dem traditionellen Angelus-Gebet wies Papst Benedikt XVI. am Sonntag erneut den Weg durch die Fastenzeit. Nachdem er daran erinnert hatte, dass die Kirche am vergangenen Mittwoch mit dem Ritus der Aschenauflegung in die Fastenzeit eingetreten war, stellte er die Frage, was das eigentlich bedeute: „in die Fastenzeit eintreten“? Wie sei diese Zeit der Vorbereitung auf Ostern zu leben?



Der 40tägige Weg durch die Fastenzeit ist für den Heiligen Vater eine Zeit besonderer Anstrengung im geistlichen Kampf gegen das Böse in uns und in der Welt. Die Christen seien besonders dazu aufgerufen, „dem Bösen ins Gesicht zu schauen und sich bereit zu machen, gegen dessen Wirkungen zu kämpfen, vor allem aber gegen dessen Ursachen, bis hin zur letzten Ursache: den Satan.“ Das Problem des Bösen dürfe nicht auf die die Gesellschaft oder auf Gott abgeschoben werden; jeder müsse seine eigene Verantwortung erkennen und sie ganz bewusst annehmen.

Jesus habe die Christen aufgerufen, ihr Kreuz auf sich zu nehmen. „Kreuz“ sei nicht gleichbedeutend mit „Unglück“, erläuterte der Bischof von Rom. Es sei vielmehr eine Gelegenheit, sich in die Nachfolge Jesu zu stellen und so Kraft zu schöpfen im Kampf gegen die Sünde und das Böse. „Der Weg des Kreuzes ist in der Tat der einzige, der zum Sieg der Liebe über den Hass, des Teilens über den Egoismus, des Friedens über die Gewalt führt.“

Benedikt XVI. erinnerte die Pilger anschließend daran, dass der Beginn der Fastenzeit 2008 mit dem 150. Jahrestag der Erscheinungen in Lourdes am 11. Februar praktisch zusammenfalle (vgl. Jubiläum). Die Botschaft der Gottesmutter lasse die Botschaft Christi zu Beginn seines öffentlichen Lebens von neuem widerhallen: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium. Betet, und tut Buße.“

Am 11. Februar wird traditionell auch der Welttag der Kranken begangen. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Kardinal Lozano Barragán, wird aus diesem Anlass heute, Montag, im Petersdom ein Pontifikalhochamt zelebrieren. Der Papst äußerte mit Blick auf diese Eucharistiefeier sein Bedauern, dass es ihm aufgrund der Fastenexerzitien im Vatikan nicht möglich sei, den Teilnehmern an der heiligen Messe zu begegnen.

Benedikt XVI. dankte allen, die seiner während dieser Tage der Exerzitien – sie werden bis Samstag dauern - besonders im Gebet gedenken wollen.