Papst Benedikt XVI. bittet die Gläubigen, für Bischofssynode, Missionare und Familien zu beten

Gußworte zum Angelus-Gebet in Pompeji

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ROM, 20. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Grußworte, die Papst Benedikt XVI. am gestrigen Weltmissionssonntag nach der heiligen Messe in Pompeji an die versammelten Pilger richtete.

Der Heilige Vater hob hervor, dass dem Evangelium „vor allem durch das Gebet“ der Weg bereitet werde. „Durch das Gebet werden die Herzen für das Geheimnis Gottes offen und die Seelen bereit, sein Wort des Heils zu empfangen.“

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Liebe Brüder und Schwestern!

Nach der festlichen Eucharistiefeier und dem traditionellen Bittgebet an die Gottesmutter von Pompeji wollen wir, wie jeden Sonntag, unseren Blick mit dem Gebet des Angelus noch einmal auf Maria richten und ihr die großen Anliegen der Kirche und der Menschheit anempfehlen. Besonders beten wir für die Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode, die in Rom stattfindet und deren Thema lautet: „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“. Möge sie in jeder christlichen Gemeinschaft Fürchte wirklicher Erneuerung hervorbringen!

Eine weitere besondere Gebetsmeinung bietet uns der heutige Weltmissionssonntag, der uns in diesem Paulusjahr ein berühmtes Wort des Völkerapostels zu unserer Betrachtung vorlegt: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9,16).

Wie viele Gläubige und wie viele Gemeinschaften opfern nicht in diesem Monat Oktober, dem Missionsmonat und dem Rosenkranzmonat, den heiligen Rosenkranz für die Missionare und die Evangelisierung auf! Daher freue ich mich, gerade heute zu diesem Jahrestag hier in Pompeji zu sein, beim wichtigsten Heiligtum, das der seligen Jungfrau vom heiligen Rosenkranz geweiht ist. Dies bietet mir nämlich die Möglichkeit, noch deutlicher hervorzuheben, dass die erste missionarische Aufgabe eines jeden von uns gerade im Gebet besteht. Vor allem durch das Gebet wird dem Evangelium der Weg bereitet; durch das Gebet werden die Herzen für das Geheimnis Gottes offen und die Seelen bereit, sein Wort des Heils zu empfangen.

Dann fällt noch ein weiteres frohes Ereignis auf den heutigen Tag: Gerade heute werden in Lisieux Louis Martin und Zélie Guérin selig gesprochen, die Eltern der heiligen Theresia vom Kinde Jesus, die von Pius IX. zur Schutzpatronin der Missionen erklärt worden war. Diese neuen Seligen haben durch ihr Gebet und ihr Zeugnis für das Evangelium den Weg der Tochter begleitet und geteilt, die Gott dazu berufen hatte, sich ihm vorbehaltlos im Karmel zu weihen. Dort, in der Abgeschiedenheit der Klausur, erfüllte die kleine heilige Theresia ihre Berufung: „Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein“ (Manuscrits autobiographiques, Lisieux 1957, S. 229).

Während ich an die Seligsprechung der Eheleute Martin denke, ist es mir wichtig, an ein weiteres Anliegen zu erinnern, das mir sehr am Herzen liegt: die Familie und ihre grundlegende Rolle bei der Erziehung der Kinder zu einem universalen Geist, der sich gegenüber der Welt und ihren Problemen offen und verantwortlich zeigt, sowie auch bei der Ausbildung der Berufungen zum missionarischen Leben. Demgemäß setzen wir gleichsam in idealer Weise die Pilgerfahrt fort, die zahlreiche Familien vor einem Monat zu diesem Heiligtum unternommen haben, und bitten um den mütterlichen Schutz der Gottesmutter von Pompeji für alle Familien der Welt. Dabei wollen wir bereits jetzt an den 6. Weltfamilientag denken, der für Januar 2009 in Mexiko-Stadt geplant ist.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]