Papst Benedikt XVI.: Christus macht Mut und verleiht Kraft

„Wer mit Christus ist, hat nichts zu befürchten"

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ROM, 14. Januar 2009 (ZENIT.org).- Die heutige Welt ist voller „gefährlicher Mächte"; vereint mit Jesus aber hat der Mensch nichts zu befürchten. Das ist die zentrale Botschaft, die Papst Benedikt XVI. den Gläubigen bei der heutigen Generalaudienz in Rom vermittelte. Christus stehe über allen Mächten, er sei das Oberhaupt der Kirche und des ganzen Kosmos.

Der Papst setzte in der Audienzhalle Pauls VI. vor rund 5.000 Pilger und Besucher seine Katechesenreihe zum Paulus-Jahr fort und betrachte diesmal die beiden Briefe des Völkerapostels an die Epheser beziehungsweise die Kolosser. Sie ähnelten sich in der Art der Ausführung so sehr, dass sie „Zwillingsbriefe" genannt werden könnten, erklärte der Heilige Vater, der auch auf ein anderes Detail hinwies, dass mehr als ein Drittel der Worte des Kolosserbriefes auch im Epheserbrief aufscheinen. Allerdings werde nur im Letzteren für Christus der Begriff „Haupt" verwendet.



Benedikt XVI. wies darauf hin, dass Christus in einem ersten Sinn das Haupt der Kirche sei - derjenige, der sie leite und die christliche Gemeinde als Herr führe. Eine andere Bedeutung für „Haupt" sei dann aber auch „Kopf" - jener Kopf, der alle Glieder des Leibes belebe. Christus befehlige nicht nur, sondern sei organisch mit jedem Gläubigen verbunden. In beiden Fällen - Christus als das Haupt der Kirche, und Christus als der alles belebende Kopf - werde die Kirche als Christus unterstellt angesehen, dies sowohl, um seine Weisungen aufzunehmen, als auch um den Leben spendenden Kräften zu folgen, die von ihm ausgingen.

Im zweiten Sinn sei Christus nicht nur das Haupt der Kirche, sondern Haupt der himmlischen Mächte und der Mächte des ganzen Kosmos. Paulus habe gesagt, dass Gott Christus über alles gestellt habe. Diese Worte sicherten allen Menschen zu, dass Christus über aller feindlichen Macht stehe, so nahe bei Gott, dass der Mensch nichts zu fürchten habe.

Die beiden Briefe „bieten eine höchst positive und fruchtbare Botschaft". Christus habe keinen „Konkurrenten" zu fürchten, da er über aller anderer Form von Macht stehe, die den Anspruch erhebe, den Menschen zu erniedrigen. „Wenn wir mit Christus vereint bleiben", so der Heilige Vater, „müssen wir keinen Feind und keine Gefahr fürchten. Wer mit Christus ist, hat nichts zu befürchten." Auch heute sei die Welt voller gefährlicher Mächte; Christus aber sei der Sieger.

Für die Heiden, die an eine Welt voller gefährlicher Geister geglaubt hätten, vor denen man sich verteidigen musste, sei diese Verkündigung eine wahre Offenbarung gewesen. Dasselbe gelte auch für das heutige Heidentum, das ebenfalls im Glauben lebe, die Welt sei voller gefährlicher Mächte. „Auch wir müssen in einer Welt mit so vielen Ängsten lernen, dass Christus, jenseits aller Beherrschung, der wahre Herr der Welt ist."

Jesus aber sei auch der Herr des Kosmos, betonte Benedikt XVI. Mit dem Blut des Kreuzes habe er alles versöhnt, was auf Erden und im Himmel ist. „Alles ist eins in Christus", so der Papst. „Wenn wir beginnen zu verstehen, dass der Kosmos Spur Christi ist, lernen wir die rechte Beziehung zum Kosmos, zu allen Problemen der Bewahrung des Kosmos sowie die rechte Weise des Handelns ihm gegenüber."

Der letzte den beiden Briefen gemeinsame Gedanke ist nach Worten des Bischofs von Rom der der Kirche als „Braut" Christi, der sich selbst für sie hingegeben habe als Beweis dafür, dass die Liebe größer sein könne. Die Schönheit der Kirche bestehe nicht nur in jener, die durch die Taufe gegeben werde, sondern auch in ihrem täglichen Wachstum. Sie sei „ohne Makel und Schattenseiten" und „ganz heilig und unbefleckt". Gerade die Liebe Jesu baue die Kirche auf; er leite, inspiriere und belebe sie.

Abschließend betonte Benedikt XVI. erneut die „Schönheit und den Wert der Familie" und sprach den Wunsch aus, dass das VI. Weltfamilientreffen in Mexiko-Stadt, das heute eröffnet wurde, in allen neue Energien zugunsten dieser unersetzbaren Keimzelle der Gesellschaft und der Kirche erwecke.