Papst Benedikt XVI.: Christus, unsere Hoffnung

„Auch wir wollen seiner Liebe in uns Raum geben“

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ROM, 28. April 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, am sechsten Sonntag in der Osterzeit, nach der Priesterweihe im Petersdom zum „Regina Caeli“ gehalten hat.

Der Heilige Vater verwies auf den Auftrag jedes Priesters, „in der Welt die Freude des Evangeliums zu säen“, und bekräftigte, dass es ihm während seines Besuchs in Washington und New York ebenfalls darum gegangen sei, die Freude und die Hoffnung zu verbreiten, die dem Evangelium entspringen.

„Wo Christus mit der Kraft des Heiligen Geister verkündet und mit offenem Herzen aufgenommen wird, dort wird die Gesellschaft, obgleich sie mit vielen Problemen zu kämpfen hat, eine Stadt der Freude.“

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Liebe Brüder und Schwestern!

Gerade hat in der Peterskirche die Feier ihren Abschluss gefunden, in deren Verlauf ich 29 neue Priester geweiht habe. Das ist jedes Jahr ein Augenblick besonderer Gnade und eines großen Festes: Das Gewebe der christlichen Gemeinde wie auch die Gemeinschaft der Stadt empfangen neuen Lebenssaft. Ist die Gegenwart der Priester für das Leben der Kirche unverzichtbar, so ist sie für alle wertvoll.

In der Apostelgeschichte lesen wir, dass der Diakon Philippus das Evangelium in eine Stadt Samariens brachte. Die Menschen nahmen seine Predigt begeistert auf – auch deshalb, weil sie die wunderbaren Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. „So herrschte große Freude in jener Stadt“ (Apg 8,8). Wie ich die Neupriester während der Eucharistiefeier erinnert habe, ist dies der Sinn der Sendung der Kirche und besonders der Priester: in der Welt die Freude des Evangeliums zu säen! Wo Christus mit der Kraft des Heiligen Geister verkündet und mit offenem Herzen aufgenommen wird, dort wird die Gesellschaft, obgleich sie mit vielen Problemen zu kämpfen hat, eine „Stadt der Freude“ – wie der Titel eines berühmten Buches lautet, das sich auf das Werk Mutter Teresas von Kalkutta bezieht. Das also ist der Wunsch, den ich an die Neupriester richte. Alle lade ich dazu ein, für sie zu beten. Mögen sie dort, wo ihre Bestimmung sie hinführt, die Freude und die Hoffnung verbreiten können, die dem Evangelium entspringen.

Das ist in der Tat auch die Botschaft, die ich in den vergangenen Tagen mit einer Apostolischen Reise in die Vereinigten Staaten gebracht habe. Die Reise stand unter dem Motto: „Christ our Hope – Christus, unsere Hoffnung“. Ich danke Gott, dass er diese meine einzigartige missionarische Erfahrung reich gesegnet und es mir gestattet hat, zu einem Instrument der Hoffnung Christi für jene Kirche und jenes Land zu werden. Zugleich danke ich dafür, dass die amerikanischen Katholiken mich selbst in der Hoffnung bestärkt haben: Ich habe nämlich große Lebenskraft und den entschiedenen Willen vorgefunden, den Glauben an Jesus zu leben und für ihn Zeugnis abzulegen. Am nächsten Mittwoch während der Generalaudienz ist es meine Absicht, näher auf diesen meinen Besuch in Amerika einzugehen.

Heute feiern viele Ostkirchen gemäß dem julianischen Kalender das Hochfest von Ostern. Ich möchte gegenüber diesen unseren Brüdern und Schwestern meine geistliche Nähe zum Ausdruck bringen. Ich grüße sie herzlich, und bitte den einen und dreifaltigen Gott, sie im Glauben zu stärken, sie mit dem hellen Licht zu erfüllen, das von der Auferstehung des Herrn ausstrahlt, und sie in den nicht leichten Situationen zu trösten, in denen sie oft leben und das Evangelium bezeugen müssen. Ich lade alle ein, sich mit mir im Gebet zur Mutter Gottes zu vereinen, auf dass der seit einiger Zeit unternommene Weg des Dialogs und der Zusammenarbeit bald zu einer vollständigeren Gemeinschaft unter allen Jüngern Christi führen möge, damit sie ein immer leuchtenderes Zeichen der Hoffnung für die ganze Menschheit sind.

[Nach dem Mariengebet begrüßte der Papst die Pilgergruppen. Auf Deutsch sagte er:]

Frohen Herzens begrüße ich alle deutschsprachigen Pilger. Heute heiße ich besonders die Mitglieder und Gäste der römischen Studentenverbindung Capitolina sowie die Musikkapelle Sarnthein aus Südtirol willkommen. Christus verheißt seinen Jüngern den Beistand des Heiligen Geistes als Erweis seiner Treue. Der Herr verläßt die Seinen nicht. Auch wir wollen seiner Liebe in uns Raum geben und unter der Führung des Heiligen Geistes den Frieden und das Gute in der Welt verbreiten. Der Segen Christi begleite euch auf allen Wegen!


[ZENIT-Übersetzung des italienischen Orginals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]