Papst Benedikt XVI. : Dank an alle Beter

Ansprache während der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen von Nsimalen di Yaoundé

| 988 klicks

YAUNDÉ/WÜRZBURG, 24. März 2009 (Die Tagespost.de/ZENIT.org).- Im Wortlaut die Ansprache während der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen von Nsimalen di Yaoundé am 20. März 2009.

* * *

Herr Präsident,

meine Damen und Herren Repräsentanten der Zivilbehörden,

meine Herren Kardinäle,

liebe Mitbrüder im Bischofsamt,

liebe Brüder und Schwestern,

da ich nun im Begriff bin, Kamerun zu verlassen, nachdem ich die erste Etappe meiner apostolischen Reise in Afrika hinter mich gebracht habe, möchte ich euch allen für den hochherzigen Empfang danken, den ihr mir während dieser Tage bereitet habt. Die Wärme der afrikanischen Sonne spiegelt sich in der Wärme der Gastlichkeit wider, mit der ihr mich aufgenommen habt. In erster Linie danke ich dem Herrn Präsidenten und den Mitgliedern der Regierung für ihre freundliche Aufnahme. Ich danke meinen Mitbrüdern im bischöflichen Dienst und allen katholischen Gläubigen, die ein so inspirierendes Beispiel für einen freudigen und lebendigen Gottesdienst während der liturgischen Handlungen gaben, die wir zusammen erlebt haben. Außerdem bin ich froh darüber, dass die Mitglieder anderer christlicher Kirchengemeinschaften bei einigen unserer Zusammenkünfte anwesend sein konnten, und ich begrüße sie – wie auch ihre Beauftragten – höflichst.

Ich möchte des Weiteren zum Ausdruck bringen, wie sehr ich die wichtige Arbeit schätze, die von den Zivilbehörden geleistet wurde, um einen guten Ablauf meines Aufenthalts zu gewährleisten. Doch vor allem möchte ich all jenen meinen Dank ausdrücken, die eifrig gebetet haben, damit dieser Pastoralbesuch Früchte für das Kirchenleben in Afrika trage. Und ich bitte euch, mit dem Beten fortzufahren, damit die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika eine Zeit der Gnade für die Kirche auf dem ganzen Kontinent sei, eine Zeit der Erneuerung und der neuen Hingabe an die Mission, einer verwundeten Welt die segensreiche Botschaft des Evangeliums zu überbringen.

Viele Vorfälle, die ich hier miterlebt habe, werden meinem Gedächtnis tief eingeprägt bleiben. Im Zentrum Cardinal Léger war es sehr bewegend, die Betreuung zu beobachten, die den Kranken und Behinderten zuteil wird, die zu den verletzlichsten Gliedern unserer Gesellschaft gehören. Dieses christliche Mitgefühl ist ein sicheres Zeichen der Hoffnung für die Zukunft der Kirche und Afrikas.

Meine Begegnung mit den Mitgliedern der muslimischen Gemeinschaft hier in Kamerun ist ein weiterer Höhepunkt gewesen, den ich in Erinnerung behalten werde. Während wir unseren Weg – einem größeren gegenseitigen Verständnis entgegen – weiter verfolgen, bete ich darum, dass auch unser Respekt und unsere Achtung voreinander wachsen, damit unsere Entschlossenheit zusammenzuarbeiten gestärkt werde, um die Würde zu verkünden, die Gott der menschlichen Person verliehen hat – eine Botschaft, die unsere sich stets weiter säkularisierende Welt unbedingt hören muss.

Das Hauptmotiv für meine Reise nach Kamerun bestand natürlich darin, die katholische Gemeinschaft hier zu besuchen. Dadurch habe ich die große Freude gehabt, eine kurze brüderliche Zeit zusammen mit den Bischöfen zu verbringen und die Liturgie der Kirche mit sehr vielen Gläubigen zu feiern. Ich bin insbesondere deshalb hierher gekommen, um mit euch diesen historischen Augenblick zu teilen, den die Promulgation von Instrumentum laboris für die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika darstellt. Dies ist in der Tat eine Stunde der großen Hoffnung für Afrika und für die ganze Welt. Einwohner Kameruns, ich bitte euch dringend, diesen Moment zu ergreifen, den Gott euch geschenkt hat! Antwortet auf seinen Ruf, die Versöhnung, die Heilung und den Frieden euren Gemeinschaften und eurer Gesellschaft zu bringen! Arbeitet darauf hin, die Ungerechtigkeit, die Armut und den Hunger überall dort auszumerzen, wo ihr sie antrefft! Gott segne dieses wundervolle Land, das „ein Afrika en miniature“, ein Land der Verheißungen und ein Land von einer strahlenden Schönheit ist. Gott segne euch alle!

[ Übersetzung aus dem Französischen von Katrin Krips-Schmidt. In: Die Tagespost vom 24. März © 2009 - Libreria Editrice Vaticana]