Papst Benedikt XVI. dankt Schweizergardisten für „stille, aber wirksame Anwesenheit“

„Vergelt’s Gott, liebe Freunde“

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ROM, 7. Mai 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing am Samstag die neuen Rekruten der Schweizergarde und deren Angehörigen im Vatikan und nutzte die Gelegenheit, um seinen Leibgardisten für ihren aufopferungsbereiten Dienst zu danken. Die Begegnung fand aus Anlass der Vereidigung der Schweizergardisten statt, die jedes Jahr am 6. Mai begangen wird.



„Es ist mir eine wirkliche Freude, anlässlich der Vereidigung der neuen Schweizergardisten bei Ihnen zu sein“, unterstrich der Heilige Vater zu Beginn seiner Ansprache in der Sala Clementina des Apostolischen Palasts. „Zuallererst richte ich an jeden von euch, liebe neue Hellebardiere, meinen herzlichen Gruß, der darüber hinaus allen Schweizergardisten gilt, und ich danke euch, dass Ihr euch entschieden habt, einige Jahre eurer Jugend dem Dienst für den Papst und seine engsten Mitarbeiter zu widmen. Dank sage ich auch eurem Kommandanten für alles, was er tut, damit Ihr euren Dienst in der rechten Weise vollbringen könnt. Ich begrüße euren Kaplan sowie eure Eltern und Angehörigen, die ehemaligen Schweizergardisten und die Freunde, die zugegen sein wollten bei einem für den Apostolischen Stuhl so bedeutenden Akt, wie es eben die Vereidigung der neuen Schweizergardisten ist.“

Papst Benedikt sagte, dass er sich noch lebhaft an die Gedenkfeiern zum 500. Jahrestag der Gründung des Korps der Päpstlichen Schweizergarde erinnere, „die im vergangenen Jahr unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattfanden“. Diese Feiern hätten dazu beigetragen, „den Ursprung, die Geschichte und den Wert Eures Korps und des bedeutenden Zeugnisses bekannt zu machen, das Ihr seit über 500 Jahren für die Kirche ablegt. Tatsächlich begann ja alles, als am 22. Januar 1506 eine Truppe von 150 Mann im Vatikan ankam, die mein Vorgänger Julius II. von der ‚Oberalemannischen Eidgenossenschaft‘ erbeten hatte. Von diesem Tag an bis in unsere Zeit hinein ist die Geschichte eurer Wachtruppe mit den Ereignissen und dem Leben der Kirche und besonders der Päpste tief verwoben.“

Benedikt XVI. hob hervor, dass es sich um „eine lange Geschichte der Treue und des großherzigen Dienstes“ handle, „der stets mit Hingabe, gelegentlich bis zum heldenmutigen Opfer des eigenen Lebens, geleistet wurde. Dieser wertvolle Einsatz hat euch zu Recht die Wertschätzung und das Vertrauen aller Päpste eingebracht, die in eurer Garde stets Hilfe, Unterstützung und Schutz gefunden haben. Vergelt’s Gott, liebe Freunde, für diese eure stille, aber wirksame Anwesenheit an der Seite des Papstes, und danke für die Professionalität und auch für die Liebe, mit der Ihr eure Aufgabe erfüllt.“

Die Vereidigung der 38 Rekruten fand wie gewohnt zur Ehre und zum Gedenken der gefallenen Gardisten vor 480 Jahren sowie zur Erneuerung des Auftrags, den Nachfolger Petri zu beschützen, im Damasushof statt: Die jungen Schweizer wurden im Verlauf des vorigen Jahres in die Päpstliche Schweizergarde aufgenommen. Am Sonntagnachmittag, als sie den Brustpanzer und den silbernen Morionhelm mit dem Wappen Julius II. trugen, berührte jeder von ihnen mit der linken Hand die Fahne der Schweizergarde, hob den rechten Arm und spreizte als Symbol der Dreifaltigkeit drei Finger der rechten Hand. In seiner Muttersprache erklärte ein jeder:

„Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst Benedikt XVI und seinen rechtmäßigen Nachfolgern, und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, selbst mein Leben für sie hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Heiligen Kollegium der Kardinale während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhles. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre, alles das zu beobachten, was die Ehre meines Standes von mir verlangt.“

Nähere Informationen zur Schweizergarde unter Tapfer und Treu beziehungsweise unter www.schweizergarde.org.