Papst Benedikt XVI.: Der Grund für den Verlust des Sündenbewusstseins

Ad-limina-Besuch der Bischöfe aus dem Westen Kanadas

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ROM, 10. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. wies am Montag anlässlich seines Empfangs für die Bischöfe aus den westlichen Regionen Kanadas darauf hin, dass der Verlust des Sündenbewusstseins eine Folge des abhanden gekommenen Sinns für Gott sei.



„Wo Gott aus dem öffentlichen Leben verbannt wird, geht der Sinn für die Beleidigung Gottes, das wahre Sündenbewusstsein, verloren – genauso wie wenn der absolute Wert der moralischen Normen relativiert wird und damit die Kategorien von Gut und Böse zusammen mit der persönlichen Verantwortung verschwinden“, erklärte der Heilige Vater im Vatikan.

„Wenn vergessen wird, dass das Trachten nach Vergebung und die Bereitschaft zu verzeihen notwendig sind, tritt eine aufwühlende Kultur des Tadels und der Streitsucht an ihre Stelle. Dieses hässliche Phänomen kann aber ausgeräumt werden”, fuhr Benedikt XVI. mit Blick auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn fort.

„Dem Licht der Heil bringenden Wahrheit Christi folgen heißt, mit dem Vater zu sagen: ‚Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein’, und wir müssen uns freuen, ‚denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wieder gefunden worden'" (Lk 15,31-32).

Für den Bischof von Rom gehört die Wiedererlangung des Sündenbewusstseins zu den Hauptanliegen der Seelsorge, da sie mit der Wiedergewinnung des Sinns für Gott einhergehe. „Diese pastorale Priorität spiegelt die tiefe Hoffnung wider, dass die Gläubigen die grenzenlose Liebe Gottes als Ruf erfahren, ihre kirchliche Eintracht zu vertiefen und Trennung und Fragmentierung, die die Familien und Gemeinschaften unserer Zeit so oft verwunden, zu überwinden.“

In diesem Zusammenhang unterstrich der Papst den großen Wert des Sakraments der Buße, den es neu hervorzuheben gelte.

„Diesem Sakrament wird oft mit Gleichgültigkeit begegnet, dabei ist das, was es bewirkt, gerade diese Heilsfülle, nach der wir uns alle sehnen", versicherte er. „Eine neu entdeckte Wertschätzung dieses Sakraments wird bestätigen, dass die Zeit, die im Beichtstuhl verbracht wird, Gutes aus Bösem zutage fördert, wieder Leben schenkt und von neuem das barmherzige Antlitz des Vaters sichtbar macht.“