Papst Benedikt XVI.: Die Begegnung mit Jesus Christus bildet die Grundlage eines reifen Glaubens

Konzert „Aufführung des Oratoriums „Resurrexi“ im Vatikan

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ROM, 24. Mai 2007 (ZENIT.org).- Die Begegnung und die tiefe Freundschaft mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, stellen die Grundlage eines reifen Glaubens dar, erklärte Papst Benedikt XVI. am Mittwoch anlässlich der Aufführung des Oratoriums „Resurrexi“ in der Audienzhalle Pauls VI.



Das Konzert für Symphonieorchester und zwei gemischte Kinderchöre („A.Li.Ve.“ und „Benjamin Britten“) war von der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), die in diesen Tagen im Vatikan ihre 57. Generalversammlung abhält, aus Anlass des 80. Geburtstags des Heiligen Vaters am 16. April, des vierten italienischen Katholikentags in Verona und des Abschlusses der „Ad-limina“-Besuche der italienischen Bischöfe in Auftrag gegeben worden.

Die Musik wurde von Alberto Colla komponiert, den Text verfasste Roberto Mussapi. Das Konzert wurde unter der Leitung von Dirigent Julian Kovatchev von 240 Künstlern und dem Orchester der „Arena von Verona“ aufgeführt. Als Interpreten nahmen teil: Massimo Popolizio (Rezitativ), Raffaella Angeletti (Sopran), Rossana Rinaldi (Alt), Giorgio Casciarri (Tenor) und Maurizio Muraro (Bass).

In einer kurzen Eröffnungsansprache begrüßte der Vorsitzender der CEI und Erzbischof von Genua, Angelo Bagnasco, den Heiligen Vater mit den Worten: „Uns ist Ihr feiner Sinn für die Musik und für die anderen Ausdrucksmöglichkeiten von Kunst bekannt sowie die Bedeutung, die Sie der ‚Schönheit‘ im Rahmen der Glaubwürdigkeit des Christentums beimessen.“

Aus dem Buch „Unterwegs zu Jesus Christus“ von Kardinal Joseph Ratzinger zitierend, fügte der Erzbischof hinzu: „Die Schönheit setzt uns in Beziehung mit der Kraft der Wahrheit. Ich habe häufig meiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass die wahre Apologie des Christentums, das heißt der überzeugendste Beweis seiner Wahrheit entgegen jeglicher Leugnung einerseits die Heiligen sind und andererseits die Schönheit, die der Glaube hervorbringen konnte.“

Der jetzige Papst sei als Kardinal Ratzinger zu dem Schluss gekommen: „Damit der Glaube heutzutage wachsen kann, müssen wir uns selbst und den Personen, die wir antreffen, die Begegnung mit den Heiligen, den Kontakt mit dem Schönen erleichtern.“

In diesem Sinn hob Erzbischof Bagnasco hervor: „Die Suche nach der Wahrheit auf den Wegen der Schönheit stellt ein wichtiges Kapitel unseres ‚dem christlichen Sinn nach orientierten kulturellen Projekts‘ dar, das die Beauftragung der Komposition des Oratoriums inspiriert hat, wie auch das Angebot zahlreicher anderer künstlerischer Vorstellungen, die die Tage des 4. Nationalen Kirchenkongresses in Verona belebten.“

Nach dem Konzert richtete Papst Benedikt XVI. einige Worte an Erzbischof Bagnasco und versicherte ihn seiner Gebete „für die bedeutende Aufgabe, zu der er im Dienst der Kirche in Italien berufen ist“. Ferner dankte er den Initiatoren des Abends sowie den Künstlern für das schöne Geschenk.

„Dieser musikalische Abend gab uns die Gelegenheit, das zentrale Ereignis unseres Glaubens zu betrachten: die Auferstehung Christi“, führte der Heilige Vater aus. „Der Titel ‚Resurrexi‘ –‚Ich bin auferstanden‘ aus dem lateinischen ‚Incipit‘ der Eingangsantiphon der Ostermesse klingt in der Tat wie die Selbstvorstellung Jesu, der sich in der Liturgie als der Auferstandene zu erkennen gibt.

Das Oratorium lässt uns die Gefühle des Staunens und der Freude jener neu erleben, die die ersten Augenzeugen der Auferstehung wurden. Mittels der fünf Bilder, die harmonisch in einem melodischen und poetischen Geflecht miteinander verwoben sind, haben uns die Schöpfer dieses Melodrams geholfen, den Morgen des dritten Tages zu betrachten, der mit dem Licht aufstrahlte, das die Herzen der Apostel geöffnet und ihnen gestattet hat, die wahre Bedeutung der dramatischen Ereignisse des Todes und der Auferstehung des Göttlichen Meisters zu verstehen, wie auch die vorhergehenden Gesten und die Lehren seines Lebens.“

Benedikt XVI. wies darauf hin, dass das Osterfest die „Mitte des Christentums“ darstelle. „Für jeden Gläubigen und jede kirchliche Gemeinschaft ist die Begegnung mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, von großer Bedeutung“, hob er anschließend hervor. „Ohne diese persönliche und gemeinschaftliche Erfahrung, ohne eine tiefe Freundschaft mit Jesus bleibt der Glaube oberflächlich und steril.

Ich hoffe sehr, dass auch dieses Oratorium, das wir mit andächtiger Aufmerksamkeit und Teilnahme verfolgt haben, uns helfen wird, einen reiferen Glauben zu bekommen. In der Auferstehung Christi ist das neue Leben der auferstandenen Welt vorweggenommen. Sind wir fest davon überzeugt, dann wird unser Zeugnis des Evangeliums bewusster und unser apostolischer Eifer lebendiger sein“, schloss der Heilige Vater.