Papst Benedikt XVI.: Die Eucharistie, Mitte des christlichen Lebens

Empfang für Mitglieder der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

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ROM, 13. März 2009 (ZENIT.org).- Die christlichen Gemeiden sollten ihren Glauben immer mehr in der Eucharistie verankern, und der liturgische Weg zu diesem Ziel sei die Praxis der eucharistischen Anbetung.



Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen Vormittag an die Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, die sich in diesen Tagen mit dem Thema der eucharistischen Anbetung befassten.

Die Eucharistie stehe am Ursprung der Kirche selbst und sei die Quelle der Gnade, da sie eine unvergleichliche Gelegenheit sowohl für die Heiligung der Menschheit in Christus als auch für die Verherrlichung Gottes sei. In diesem Sinne seien einerseits alle Handlungen der Kirche auf das Geheimnis der Eucharistie hingeordnet, während andererseits es die Eucharistie sei, „aus der die Kirche immerfort lebt und wächst“.

Angesichts des unaussprechlichen Geheimnisses der Eucharistie sei es Aufgabe der Gläubigen, diesen kostbaren Schatz zu erkennen und zu heben - in der Feier der heiligen Messe, als auch in der eucharistischen Anbetung.

In der Eucharistie „muss die Anbetung Einheit werden: Einheit mit dem lebendigen Herrn und dann mit seinem mystischen Leib“, so Papst Benedikt, der in diesem Zusammenhang auf seine Predigt während der Eucharistiefeier anlässlich des Weltjugendtages in Köln 2005 verwies: Gott stehe nicht nur vor uns als der ganz andere, er sei in uns - „und wir sind in ihm“. Die Kirche unserer Tage müsse den Glauben an die Realpräsenz des Herrn in der heiligen Eucharistie fördern und in der Feier der heiligen Messe insgesamt die Dimension der Anbetung sicherstellen.

Die Synodenväter der 11. Ordentlichen Bischofssynode 2006 über die Eucharistie hätten es nicht verabsäumt, ihre Sorge über eine gewisse Verwirrung kundzutun, zu der es nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil hinsichtlich der Beziehung von Messe und Anbetung des Allerheiligsten Sakraments gekommen sei. Das lateinische Wort für Anbetung „ad-oratio“ schließe die Idee der Liebe zu Gott sein, einer Liebe, die danach verlange, bezeugt zu werden, um „zum vorherrschenden Maß der Welt“ zu werden.

In der Eucharistie werde die grundlegende Verwandlung von Gewalt in Liebe gelebt, von Tod in Leben; sie „zieht dann die weiteren Verwandlungen nach sich. Brot und Wein werden sein Leib und sein Blut. Aber an dieser Stelle darf die Verwandlung nicht Halt machen, hier muss sie erst vollends beginnen. Leib und Blut Jesu Christi werden uns gegeben, damit wir verwandelt werden!“

Auch die Praxis der eucharistischen Anbetung bedürfe der Erneuerung, so der Papst. Dies könne nur durch eine „größere Kenntnis des Geheimnisses in voller Treue zur Tradition“ geschehen, verbunden mit einer Stärkung des liturgischen Lebens in den Pfarrgemeinden. Besonders solle dabei auf die Ausbildung der Seminaristen geachtet werden.

Abschließend rief der Heilige Vater drei der biblischen und christlichen Tradition sehr teure Fastenübungen in Erinnerung: das Gebet, das Almosen und das Fasten. Diese bereiteten den Gläubigen auf den Empfang der Eucharistie vor und dienten ihm als „geistliche Waffe“ zum Kampf gegen eine ungeordnete Bindung an sich selbst.

Die Fastenzeit sei eine liturgisch sehr reiche Zeit. Benedikt XVI. hofft, dass sie dem Christen helfe, all das von sich fernzuhalten, was den Geist zerstreut, und das zu intensivieren, was die Seele nährt, um sie so der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu öffnen.