Papst Benedikt XVI.: Die Heilige Schrift öffnet die Augen für die Realität

Vespergottesdienst mit dem Ökumenischen Patriarche in der Sixtinischen Kapelle

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ROM, 21. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Am Samstag, dem 18. Oktober, hielt Papst Benedikt XVI. um 17.00 Uhr in der Sixtinischen Kapelle zum Anlass der Teilnahme des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., an der XII. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode die Feier der Ersten Vespern zum 29. Sonntag im Jahreskreis A.

An der Liturgie nahmen neben dem Ökumenischen Patriarchen die Mitglieder des Präsidiums der Bischofssynode, 60 Kardinäle und Patriarchen, 170 Erzbischöfe und Bischöfe sowie 200 Priester, Ordensleute und Laienmitglieder der Vollversammlung der Bischofssynode über das Wort Gottes teil.

Wir veröffentlichen die Grußworte, die Benedikt XVI. während des Vespergottesdienstes nach der Ansprache von Bartholomaiso I. gesprochen hat.

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Eure Heiligkeit,

von ganzem Herzen möchte ich Ihnen für Ihre Worte danken. Der Applaus der Synodenväter war weit mehr als eine bloße Höflichkeitsbekundung. Er war Zeichen der tiefen geistlichen Freude darüber, dass wir diese lebendige Erfahrung unserer Gemeinschaft machen durften. In diesem Moment haben wir wirklich die "Synode" erlebt: Unter der Leitung Eurer Heiligkeit waren wir gemeinsam auf dem Weg im Land des göttlichen Wortes und durften dessen Schönheit genießen, erfüllt von der tiefen Freude, das Wort Gottes zu hören und uns mit dem Geschenk seines Wortes auseinandersetzen zu dürfen.

Ihre Worte waren zutiefst erfüllt vom Geist der Kirchenväter und von der heiligen Liturgie. Gerade deshalb waren sie auch fest verortet in unserer Zeit, mit jenem großen christlichen Realismus, der uns auch die Herausforderungen erkennen lässt. Dabei wurde uns folgendes deutlich: Wenn wir in die Herzmitte der Heiligen Schrift eindringen, in den Worten wirklich dem göttlichen Wort begegnen und uns ganz auf das Wort Gottes einlassen, dann werden sich unsere Augen auch öffnen für die Welt und für die heutige Wirklichkeit.

Auch dies war eine freudige Erfahrung - eine Erfahrung der vielleicht nicht vollkommenen, aber zumindest wahren und tiefen Einheit. Mir kam der Gedanke: Ihre Kirchenväter, die Sie so oft zitiert haben, sind auch unsere Väter, und die unsrigen sind auch die Ihrigen. Wenn wir also gemeinsame Väter haben, wir könnten wir dann nicht untereinander Brüder sein? Danke, Eure Heiligkeit! Ihre Worte werden uns bei den Arbeiten der kommenden Woche begleiten und erleuchten. Und auch in der kommenden Woche - und darüber hinaus - werden wir gemeinsam mit Ihnen auf dem Weg sein.

Danke, Eure Heiligkeit!

[Von der Bischofssynode veröffentlichte deutsche Übersetzung]