Papst Benedikt XVI. drängt auf eine rasche Lösung der Palästinenserfrage

Empfang des libanesischen Staatspräsidenten im Vatikan

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ROM, 3. November 2008 (ZENIT.org).- Die Situation der Christen im Vorderen Orient, die Identität des Libanon sowie eine „schnelle und gerechte“ Lösung der Palästinenserfrage: Das waren die Themen, die Papst Benedikt am vergangenen Freitag (31. Oktober) beim Empfang des libanesischen Staatspräsidenten Michel Sleiman ansprach.



Sleiman, ein59-jähriger Maronit, der im Mai erst nach langen Verhandlungen in sein Amt gewählt worden war, wurde nach der Begegnung mit dem Heiligen Vater von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bretone empfangen. Der libanesische Außenminister Fawzi Salloukh und der Sekretär für die Beziehung des Vatikans mit den Staaten, Erzbischof Dominique Mamberti, waren bei dieser Unterredung ebenfalls anwesend.

Im Lauf der „herzlichen Gespräche“, wie es in einer Presseerklärung des Pressebüros des Heiligen Stuhls heißt, „wurde wiederholt auf das Interesse des Heiligen Stuhls für den Libanon hingewiesen sowie auf dessen stetes Bemühen, die besondere Identität dieses Staates zu erhalten“. Diesbezüglich sei auch „hohe Wertschätzung“ für die Bemühungen des Landes und seiner Vertreter zum Ausdruck gebracht „das öffentliche Leben in von politischer Dialektik geleitete Bahnen zu lenken, innerhalb derer jeder Bürger des libanesischen Volkes seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten kann und sich mit seinen Sorgen und Erwartungen beachtet fühlt“.

Die Gespräche behandelten außerdem „die heikle regionale Situation“ und waren von der Hoffnung geprägt, „eine rasche und gerechte Lösung für die Palästinenserfrage zu finden“, genauso wie für die Lage und Probleme der christlichen Gemeinschaften im Vorderen Orient.

Das private Gespräch zwischen Benedikt XVI und dem libanesische Präsidenten dauerte rund 25 Minuten. Der Staatschef überreichte dem Papst ein Buch in arabischer Schrift, das Texte einer Synode der maronitischen Kirche aus dem Jahr 1736 enthält. Benedikt XVI erwiderte Sleimans Geste und überreichte seinem Gast eine Medaille seines Pontifikats.

Der Libanon zählt beinahe vier Millionen Einwohner, davon sind 59,7 Prozent Moslems und 39 Prozent Christen.