Papst Benedikt XVI. empfängt Apostolische Visitatoren der "Legionäre Christi"
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ROM, 30. April 2010 (ZENIT.org).- Der Heilige Stuhl hatte zur Klärung der inneren Situation der Kongregation der Legionäre Christi im Juli 2009 eine Apostolische Visitation angeordnet. Heute empfing Papst Benedikt XVI. die fünf Kirchenführer in der Sala Clementina im Vatikan, um ihre Berichte persönlich entgegen zu nehmen.
Die fünf Bischöfe hatten vom 15. Juli 2009 an in konkreten Regionen die Visitation im Namen des Papstes durchgeführt.
Es handelt sich um:
-- Bischof Ricardo Watti Urquidi MSpS (Tepic, Mexiko) für Mexiko und Mittelamerika;
-- Erzbischof Charles J. Chaput OFMCap (Denver, USA) für die USA und Kanada;
-- Bischof Giuseppe Versaldi (Alessandria, Italien) für Italien, Israel, die Philippinen und Südkorea;
-- Erzbischof Ricardo Ezzati Andrello SDB (Concepción, Chile) für Südamerika;
-- Bischof Ricardo Blázquez Pérez (Bilbao, Spanien) für Europa mit Ausnahme von Italien.
Der Generaldirektor der Legion, Pater Álvaro Corcuera LC hatte sich sehr dankbar gegenüber dem Heligen Stuhl für diese Maßnahme gezeigt.
Die Visitatoren hatten ihre Arbeit in Abstimmung mit dem Orden durchgeführt und jetzt ihren Bericht dem Heiligen Stuhl vorgelegt, der dann über die zu erlassenden Bestimmungen für die Kongregation der Legionäre Christi entscheiden wird.
Kardinal Bertone hatte die Apostolische Visitation im März 2009 erstmals schriftlich angekündigt. Im Februar 2009 waren von Seiten der Kongregation der Legionäre Christi erstmals die seit Jahrzehnten gegen ihren Gründer Pater Marcial Maciel erhobenen groben Verstöße wie Missbrauch von Seminaristen, die Verbindung mit verschiedenen Frauen und daraus resultierende Vaterschaften, bestätigt worden. P. Maciel starb am 30. Januar 2008 im Alter von 87 Jahren und hatte bis dahin seine konkreten Vergehen stets abgestritten.
"Wir haben einiger Zeit bedurft, um diese Tatsachen seines Lebens zuverarbeiten. Für viele - vor allem die Opfer - war diese Zeit zu lang und zu schmerzvoll", mit diesen Worten richtete sich die Ordensleitung der Legionäre Christi im März in einem öffentlichen Brief an die Öffentlichkeit. "Manchmal waren wir nicht fähig, allen beizustehen, wie es nötig gewesen wäre und wie wir es auch gerne getan hätten. Deshalb fühlen wir uns zu dieser Erklärung gedrängt".
"Wir bitten all jene um Verzeihung, die ihn in der Vergangenheit beschuldigt hatten und denen man keinen Glauben oder kein Gehör schenkte; wir konnten uns damals dieses Verhalten unseres Gründers einfach nicht vorstellen. Sollte es sich zeigen, dass es schuldhaftes Mitwirken gab, werden wir gemäß der Grundsätze der christlichen Gerechtigkeit und Liebe handeln und diese Personen für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen", hiess es in dem Text.
"Wir haben den festen Willen, u.a.: Weiterhin nach Versöhnung zu streben und die Begegnung mit jenen zu suchen, die gelitten haben. Die Wahrheit unserer Geschichte zu ergründen und diese aufzuarbeiten. In unseren Einrichtungen und Aktivitäten weiterhin den Schutz v.a. der Minderjährigen zu gewährleisten, gemäß aller zivilen und kirchlichen Vorgaben", hiess es in dem Schreiben.


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