Papst Benedikt XVI. empfängt neue Rekruten der Schweizergarde

Die Einheit der Weltkirche lässt Brücken des Friedens und der Solidarität entstehen

| 1130 klicks

ROM, 7. Mai 2009 (ZENIT.org).- 32 neue Schweizer Gardisten legten gestern Abend ihren Fahneneid ab. Damit verpflichteten sich die jungen Männer, mindestens 25 Monate lang dem Papst zu dienen und notfalls sogar das Leben für ihn hinzugeben. Die neuen Soldaten wurden mit ihren Familienangehörigen und Freunden heute Vormittag von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen.



Der Heilige Vater, der seine Ansprache abwechselnd auf Deutsch, Französisch und Italienisch hielt, brachte gegenüber dem Kommandanten der Schweizergarde, Oberst Angrig, seinen Dank „für den verantwortungsvollen Einsatz zugunsten des Nachfolgers Petri und der Kirche“ zum Ausdruck. „In gleicher Weise danke ich auch dem Gardekaplan Monsignore de Raemy, der das tägliche Miteinander der Gardisten und den persönlichen Glaubensweg jedes einzelnen in einfühlsamer Weise begleitet.“

Benedikt XVI. bezeichnete den Dienst, den die Gardisten im Apostolischen Palast und an den Außenposten der Vatikanstadt leisten, als „überschaubar und doch auch universal“. Außerdem verwies er auf die drei Dimensionen, die sich „gleichsam wie konzentrische Kreise“ um die Leibgardisten des Papstes bildeten:

„Eure Aufgabe ist es, den Nachfolger des Apostels Petrus zu schützen. Ihr tut diesen Dienst vor allem im Haus des Papstes. Ihr tut ihn in Rom, einer Stadt, die von alters her die ‚Ewige Stadt’ genannt wird. Und hier bei den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus, wo der Papst wohnt, befindet sich das Herz der katholischen Kirche; und wo das Herz und die Mitte ist, da ist auch die ganze Welt zugegen.“

Mit Blick auf Rom betonte Benedikt XVI. in französischer Sprache, dass „unsere Bewunderung nicht allein den Zeugnissen der Antike gilt“. In Rom hätten in einem gewissen Sinne der Glaube und das Gebet über die Jahrhunderte hinweg „Stein und Gestalt“ angenommen. Die Heilige Stadt dränge einen geradezu, sich die unzähligen Heiligen zum Vorbild zu nehmen, die hier gelebt hätten und allen Christen behilflich seien, im Glaubensleben Fortschritte zu machen.

Auf italienisch verwies der Heilige Vater auf die Universalität und Einheit der Kirche: „Die katholische Kirche ist international. Aber in ihrer Vielfalt ist sie doch eine einzige Kirche, die im selben Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommt und auch ganz konkret in ihrer Bindung an Petrus und seinen Nachfolger, den Papst, vereint ist.“

In der Kirche seien Männer und Frauen ganz verschiedener Kulturen versammelt. Alle bildeten eine Gemeinschaft, in der man miteinander lebe und glaube, und in den wesentlichen Punkten des Lebens verstehe man sich. „Das ist eine wichtige Erfahrung, die die Kirche euch schenken möchte, damit ihr sie euch zu eigen macht und sie auch anderen mitteilt – die Erfahrung, dass im Glauben an Jesus Christus und an seine Liebe für die Menschen auch so verschiedene Welten eins werden und auf diese Weise Brücken des Friedens und der Solidarität zwischen den Völkern geschaffen werden können.“

Zum Abschluss ging Benedikt XVI: wieder auf seine Muttersprache über: „In der Hoffnung, dass eure Zeit hier in Rom euch geistlich und menschlich vorangehen lässt“, so der Papst, „versichere ich euch meines Gebets und vertraue euch der Fürsprache der Seligen Jungfrau Maria und eurer Patrone, der Heiligen Martin und Sebastian, sowie des Schutzheiligen eurer Heimat, Bruder Klaus von der Flüe, an. Von Herzen erteile ich euch, euren Familien und Freunden, sowie allen, die anlässlich der Vereidigung nach Rom gekommen sind, den Apostolischen Segen.“