Papst Benedikt XVI. empfängt ukrainischen Staatspräsidenten Juschtschenko

Offene Fragen sollen eine gerechte Lösung erfahren

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ROM, 1. Juni 2009 (ZENIT.org).- Beim heutigen Empfang Benedikts XVI. für den ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Juschtschenko im Vatikan wurden die guten Beziehungen bekräftigt und eine mögliche vertiefte Zusammenarbeit im kulturellen und sozialen Bereich ins Auge gefasst. Das berichtete der Heilige Stuhl in einer heute veröffentlichten Erklärung.

Juschtschenko, der in Begleitung seiner Frau und seines interimistischen Außenministers nach Rom gekommen war, traf nach der rund 25-minütigen Privatunterredung mit dem Papst auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB und Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten. Außerdem besuchte er das Grab von Papst Johannes Paul II. Zehn Prozent der rund 45 Millionen Ukrainer sind katholisch.

Neben der Zusage, gerechte Lösungen auf all jene Fragen finden zu wollen, die zwischen dem ukrainischen Staat und der Kirche noch offen sind, fand bei den Gesprächen auch der Beitrag besondere Erwähnung, den die katholische Kirche für die ukrainische Gesellschaft leistet, allen voran die Werteerziehung und die Verbreitung der christlichen Werte. Im Hinblick auf die Förderung der Einheit, des gegenseitigen Respekts und des Friedens wurde die Bedeutung des ökumenischen Dialogs besonders hervorgehoben.

Bei den noch offenen Fragen geht es vor allem um den Besitz der katholischen Kirche im orientalischen Ritus. Im Jahr 1946 wurde er enteignet und der orthodoxen Kirche übertragen, der in der Ukraine die meisten Christen angehören. Im Jahr 1990, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wurde der katholischen Kirche wieder der Rechtsstatus zuerkannt. Darüber hinaus wurde ein Gesetz zur Rückgabe der entwendeten Besitztümer verabschiedet. Ein Teil davon ist bereits wieder im Besitz der katholischen Kirche.