Papst Benedikt XVI. empfing im Vorfeld des großen ökumenischen Friedenstreffens in Assisi (Italien) den Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio

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Castel Gandolfo, 29. August 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat gestern, Montag, Andrea Riccardi, den Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, und Msgr. Vincenzo Paglia, Bischof von Terni-Narni-Amelia (Italien), in Castel Gandolfo in Privataudienz empfangen. Der Bischof ist Ratgeber und Geistlicher Begleiter der 1968 entstandenen Laienbewegung, die sich in mehr als 70 Ländern der Welt für die Weitergabe des Evangeliums und im Dienst an den Armen einsetzt.



Wie aus dem Pressebüro des Heiligen Stuhls verlautete, setzte der Heilige Vater mit der Begegnung die Tradition Johannes Pauls II. fort, jeweils am Vorabend der von Sant'Egidio veranstalteten internationalen Friedenstreffen "Uomini e Religioni" ("Menschen und Religionen") mit Vertretern dieser Gemeinschaft zusammenzukommen. Den Grundstein hatte Papst Johannes Paul II. im Oktober 1986 gelegt, als er zum ersten Weltfriedensgebet in den Geburtsort des heiligen Franz von Assisi einlud. Seit diesem historischen Treffen, an dem neben dem damaligen Papst unter anderem der Dalai Lama und der Erzbischof von Canterbury teilgenommen hatten, organisiert die Gemeinschaft Sant'Egidio Jahr für Jahr in wichtigen Städten Italiens und mehreren Hauptstädten Europas interreligiöse Friedenstreffen.

"Für eine Welt in Frieden – Religionen und Kulturen im Dialog", so lautet das Motto des diesjährigen interreligiösen Weltgebetstreffens, das die Gemeinschaft gemeinsam mit der umbrischen Bischofskonferenz am 4. und 5. September 2006 in Assisi veranstaltet. Nach Angaben der Organisatoren will man erörtern, wie die Ideologie des "Kampfes der Kulturen" überwunden werden könne, um Wege der Zusammenarbeit zu erschließen und eine "Globalisierung mit menschlichem Antlitz" zu schaffen.

Erwartet werden neben Kardinal Paul Poupard, dem Präsidenten der Päpstlichen Räte für die Kultur und den Interreligiösen Dialog, und Kardinal Stanislaus Dziwisz, dem Erzbischof und Metropoliten von Krakau, der Sekretär des Lutherischen Weltbundes, Dr. Ismael Noko Noko; der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen, Pastor Jean-Arnold de Clermont; der Patriarch von Armenien, Larekine II., sowie Vertreter aller christlichen Konfessionen des Ostens und des Westens. Auch der Großrabbiner von Haifa Cohen, die Rabbiner Toaff und Di Segni aus Rom sowie Ibrahim Ezzedine, Präsidentenberater in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sollen sich angesagt haben.