Papst Benedikt XVI. erinnert an dramatische Lage vieler minderjähriger Migranten

Botschaft zum 96. Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2010 veröffentlicht

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ROM, 27. November 2009 (ZENIT.org).- Die dramatische Lage vieler Minderjährigen, die sich selbst überlassen werden und Gefahr laufen, ausgebeutet zu werden, steht im Mittelpunt der Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 96. Welttag der Migranten und Flüchtlinge 2010.

Trotz der Erklärungen der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen müsse es mehr Verständnis für das Los von Emigranten, besonders von Kindern und Jugendlichen geben, so der Papst Benedikt XVI. In seiner Botschaft lädt alle dazu ein, „die Schwierigkeiten der Menschen, die fern von ihrer Heimat leben, zu verstehen“ und widmet seine Aufmerksamkeit den herzzerreißenden Schreien von Millionen von Kindern auf jedem Kontinent. Sie seien am verwundbarsten, weil sie am wenigsten in der Lage seien, ihre Stimme zu Gehör zu bringen“.

Die „unveräußerlichen Grundrechte“ von Migranten müssen immer respektiert werden, so der Papst und erinnert an die Mahnung Christi, dass „beim Jüngsten Gericht all das, was wir ‚für einen seiner geringsten Brüder’ getan oder aber nicht getan haben”, so beurteilt werde, als hätten wir es für ihn selbst getan (vgl. Mt 25,40.45).

Jesus selbst habe als Kind persönlich die Erfahrung der Migration durchlebt, als er zusammen mit Josef und Maria nach Ägypten fliehen musste, um den Drohungen des Herodes zu entkommen.

Viele Heranwachsenden „gehören zwei Kulturen an und sind mit all den Vor- und Nachteilen konfrontiert, die mit dieser zweifachen Zugehörigkeit verbunden sind“, so der Papst, „obgleich ihnen dieser Lebensumstand auch die Gelegenheit geben kann, den Reichtum der Begegnung zwischen verschiedenen kulturellen Traditionen zu erfahren“.

Für sie fordert er das Recht auf Schulbesuch und spätere Eingliederung in die Welt der Arbeit, angemessene Strukturen im sozialen Bereich und im Bildungswesen.


Benedikt XVI. dankt abschließend den Pfarreien und den vielen katholischen Vereinigungen, „die, beseelt vom Geist des Glaubens und der Liebe, große Anstrengungen unternehmen, um den Nöten dieser unserer Brüder und Schwestern abzuhelfen“, und lädt alle Christen ein, sich der sozialen und pastoralen Herausforderung bewusst zu werden, vor die die Situation der minderjährigen Migranten und Flüchtlinge stellt.

Jede konkrete Tat müsse zuallererst vom Glauben an das Wirken der Gnade und der göttlichen Vorsehung erfüllt sein. „Auf diese Weise wird auch die Gastfreundschaft und Solidarität gegenüber dem Fremden, vor allem wenn es sich bei ihnen um Kinder handelt, zur Verkündigung des Evangeliums der Solidarität“.

Dies verkünde die Kirche, „indem sie ihre Arme öffnet und sich dafür einsetzt, dass die Rechte der Migranten und Flüchtlinge respektiert werden“.