Papst Benedikt XVI. erinnert an Gnadenpaket: Portiunkula-Ablass gilt heute

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ROM, 2. August 2010 (ZENIT.org).- „Morgen wird es möglich sein, den Portiuncula-Ablass oder ‚die Vergebung von Assisi' zu gewinnen, die der heilige Franziskus im Jahr 1216 von Papst Honorius III. erlangt hatte", erklärte der Heilige Vater gestern vor dem Gebet des Angelus in Castel Gandolfo und erinnerte so die Gläubigen weltweit an dieses Gnadenpaket.

Papst Honorius III. bewilligte diesen Ablass auf Bitten von Franziskus, im Jahr 1223 auf ewige Zeiten, und setzte ihn auf den 2. August fest. Dieser Ablass wurde feierlich in der Portiunkula, der Kirche ‚Unserer Lieben Frau von den Engeln' verkündigt. Die Basilika die Basilika Santa Maria degli Angeli - dort befindet sich das Kirchlein Portiuncula - ist der Obhut der den Franziskaner-Observanten (OFM) anvertraut.

Die Gewährung dieses Ablasses wurde in der Folge von Gregor XV. auf alle Kirchen der drei von Franziskus gestifteten Orden ausgedehnt und gilt heute für alle Kirchen.

Alle Gläubigen, die am heutigen 2. August an einer heiligen Messe oder einem Gebetstreffen teilnehmen, können einen vollkommenen Ablass gewinnen. Dazu bedarf es der üblichen Bedingungen: Beichte, aufrichtige Reue, Kommunionempfang, Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters

Der Ablass (lateinisch „indulgentia") gehört zur Bußpraxis der Kirche und ist Teil der Verwirklichung des dritten Aspekts des Sakraments der Buße. Neben dem reumütigen Herzen („contritio cordis") und dem ausgesprochenen Bekenntnis der Sünden („confessio oris") bedarf es zur Sündenvergebung der Genugtuung durch Werke („satisfactio operis").

Das Gesetzbuch der lateinischen Kirche (Codex Iuris Canonici, can. 992) und der „Katechismus der Katholischen Kirche" (Nr. 1471) bestimmen den Ablass als „Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet".

Die „zeitlichen Sündenstrafen" sind eine Genugtuung in Form einer Buße, die jeder Sünder für seine Sünden leisten muss, auch nachdem diese in der Beichte vergeben wurden. Der Ablass ist ein besonderer göttlicher Gnadenakt und vollzieht sich nach der im Bußsakrament gewährten Vergebung.