Papst Benedikt XVI. ermutigt Bischöfe Südbrasiliens, Spaltungen zu überwinden

"Sie verursachen großes Leid und führen zu erheblichem Energieverlust"

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ROM, 9. Dezember 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat während des Ad-limina-Besuchs südbrasilianischer Bischöfe in Rom erneut marxistische befreiungstheologische Ansätze kritisiert. In den Gemeinden Brasiliens gelte es immer noch, Spaltungen zu überwinden, für die diese Richtung verantwortlich sei, sagte der Papst in einer Ansprache vor den Bischöfen. Er ermutigte sie dazu, die Wunden, die eine materialistische Auslegung der Theologie hinterlassen habe, zu heilen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche erinnerte daran, dass sich im vergangenen August die Veröffentlichung der Instruktion „Libertatis Nuntius" zum 25. Mal jährte. Für das Dokument war er damals als Präfekt der Glaubenskongregation verantwortlich. Papst Benedikt betonte, dass es viele Strömungen der „Theologie der Befreiung" gebe, da „Befreiung" eine der zentralen Botschaften der Offenbarung sei, sowohl im Alten wie im Neuen Testament.

Einer dieser Ansätze bediente sich jedoch gerade in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts des Marxismus als Grundlage, in dem Bestreben, die schwierige und manchmal skandalöse soziale Realität Lateinamerikas zu verstehen. Diese Strömung sei als „marxistische Theologie der Befreiung" bekannt geworden, die oftmals irrtümlicherweise nur „Befreiungstheologie" genannt worden sei.

„Die mehr oder weniger sichtbaren Folgen, bestehend aus Empörung, Spaltung, Streitigkeit, Angriff und Zügellosigkeit, spürt man immer noch. Sie verursachen großes Leid in euren Diözesangemeinschaften und führen zu erheblichem Energieverlust", sagte der Papst. Er flehe diejenigen an, die sich in irgendeiner Weise durch diesen Ansatz angesprochen gefühlt und sich daran gebunden haben, im Innersten durch bestimmte doppelzüngige Grundlagen dieses Ansatzes berührt gefühlt haben, sich noch einmal die Instruktion vorzunehmen, um „mit offenen Händen das milde Licht, das sie anbiete, anzunehmen".

Indem er seinen Vorgänger auf dem Stuhl Petri, Papst Johannes Paul II., zitierte, verdeutlichte Benedikt XVI., dass marxistische Philosophie den Glauben der Kirche nicht stützen könne. Vielmehr gelte dies für die Einheit, die der Heilige Geist zwischen der heiligen Tradition, der Heiligen Schrift sowie dem Lehramt der Kirche in so einer Gegenseitigkeit gestiftet hat, dass sie nicht unabhängig voneinander existieren können.

Der Papst sagte abschließend, er wünsche, dass „Vergebung, die im Bereich kirchlicher Organisationen und Gemeinschaften angeboten und empfangen werde, im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit und aus Liebe zu Ihr, die wir in unseren Herzen verehren, das Leid in der geliebten Kirche beenden möge, die durch die Länder des Heiligen Kreuzes reist". (mk)