Papst Benedikt XVI. ermutigt römische Studenten zu einem durchdachten Glauben

Traditionelle vorweihnachtliche Eucharistiefeier im Petersdom

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ROM, 16. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. begegnete am Donnerstagabend den Studenten der römischen Universitäten, die sich zur traditionellen vorweihnachtlichen Heiligen Messe in der Petersbasilika versammelt hatten. Der Liturgie stand Kardinal Agostino Vallini vor.

Nach der Eucharistiefeier begrüßte der Heilige Vater die rund 10.000 anwesenden Studenten und überreichte ihnen den Brief des heiligen Paulus an die Römer: „Möge dieses Schreiben euren Glauben speisen und euch mehr und besser glauben lassen und euch zum Nachdenken über euch selbst anregen, damit ihr zu einem ‚überlegten’ Glauben findet und diesen Glauben lebt“.

„Die Feiern zum Gedenken an die Geburt des Völkerapostels vor zweitausend Jahren“, so der Papst in seiner Ansprache, die von Fides veröffentlicht wurde, „helfen der ganzen Kirche, ihre grundlegende missionarische Berufung neu zu entdecken und gleichsam mit vollen Händen aus dem unerschöpflichen theologischen und geistlichen Schatz der paulinischen Briefe zu schöpfen… Ich bin überzeugt, dass auch für euch, sowohl auf persönlicher Ebene als auch was die gemeinschaftliche Erfahrung des Apostolats an den Universitäten anbelangt, die Auseinandersetzung mit der Figur und der Botschaft des heiligen Paulus eine große Bereicherung ist.“

Sodann erinnerte der Papst daran, dass der Brief an die Römer „zweifelsohne zu den wichtigsten Texten der Kultur aller Zeiten darstellt. Doch er ist und bleibt vor allem eine lebendige Botschaft für die lebendige Kirche, und als solche möchte ich ihn heute Abend in eure Hände übergeben. Möge dieses Schreiben, das aus dem Herzen des Apostels kommt, euren Glauben nähren, euch mehr und besser glauben lassen und euch zum Nachdenken über euch selbst anregen, damit ihr zu einem ‚überlegten’ Glauben findet und gleichsam diesen Glauben lebt, indem ihr ihn entsprechend der Wahrheit des Gebotes Christi praktisch umsetzt." Nur so könne der Glaube wirklich auch für die anderen „glaubwürdig“ sein, die sich vom vielsagenden Zeugnis der Fakten erobern ließen.

Der christlichen Verkündigung sei es gelungen, die „Trennmauer“ zwischen Juden und Heiden zu beseitigen, so der Papst weiter, und sie habe auch heute noch „eine stets aktuelle Kraft der Neuheit, die in der Lage ist, andere Mauern einzureißen, die immer wieder in jedem Umfeld und zu jeder Zeit entstehen. Die Quelle dieser Kraft ist der Geist Christi, auf den der heilige Paulus sich bewusst bezieht“. Sodann betonte Papst Benedikt, dass „die Erlösung ein Geschenk ist, das man immer wieder persönlich annehmen muss“, und dies sei auch der wesentliche Inhalt der Taufe, mit der sich die Studenten dieses Jahr ganz besonders befassten. „Die ‚Taufe in Christus’ heißt, dass man geistlich in jenen Tod eintaucht, der ein Akt der unendlichen und universalen Liebe Gottes ist, die jeden Menschen und jedes Geschöpf von der Sklaverei der Sünde und des Todes befreit.“

Abschließend erinnerte der Papst daran, dass das, was er den Studenten überreichte, „zwar gewiss eine Botschaft des Glaubens ist, doch gleichsam auch eine Wahrheit, die die Gedanken erleuchtet und sie nach den Horizonten Gottes erweitert; es ist eine Wahrheit, die dem tatsächlichen Leben eine Richtung gibt, weil das Evangelium der Weg ist, der zur Fülle des Lebens führt. Diesen Weg hat bereits Jesus beschritten, vielmehr noch, er ist dieser Weg, der vom Vater bis zu uns gekommen ist, damit wir durch ihn zum Vater gelangen können. Dies ist das Geheimnis der Adventszeit und des Weihnachtsfests“.