Papst Benedikt XVI.: Familie ist der ideale Erziehungsraum

Eine familienfeindliche Politik gefährdet die Würde des Menschen

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ROM, 13. Januar 2012 (ZENIT.org). – In seiner Ansprache an die Vertreter des diplomatischen Korps anlässlich des Neujahrstreffens (ZENIT berichtete) hat Papst Benedikt ein weiteres Mal auf die wichtige Rolle der Familie als Grundzelle der Gesellschaft hingewiesen. Nur die für das Leben offene Familie sei zukunftsfähig.

„Das Offensein für das Leben ist ein Zeichen für das Offensein gegenüber der Zukunft", so der Papst.  Die Erziehung sei ein Schlüsselthema für alle Generationen, denn von ihr hänge sowohl die gesunde Entwicklung jeder Person ab als auch die Zukunft der ganzen Gesellschaft. Deshalb stelle sie in einer schwierigen und heiklen Zeit eine Aufgabe von höchster Wichtigkeit dar. Der familiäre Rahmen, gegründet auf der Ehe zwischen einer Frau und einem Mann, sei grundlegend auf dem Erziehungsweg und für die Entwicklung der Individuen und der Staaten.

„Außer einem klaren Ziel wie dem, die Jugendlichen zu einer vollen Kenntnis der Wirklichkeit und damit der Wahrheit zu führen, braucht die Erziehung auch Räume. Unter diesen steht die auf die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründete Familie an erster Stelle… Es handelt sich dabei nicht um eine bloße gesellschaftliche Konvention, sondern um die Grundzelle der ganzen Gesellschaft“, betonte Benedikt XVI.

„Folglich bedroht eine Politik, welche die Familie gefährdet, die Würde des Menschen und die Zukunft der Menschheit selbst; demnach ist eine Politik notwendig, die den Wert der Familie betont und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Dialog unterstützt.“

In diesem Zusammenhang begrüßte der Papst ausdrücklich das kürzlich erfolgte Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Union, das die Patentierung von Verfahren verbietet, bei denen menschliche embryonale Stammzellen verwendet werden, wie auch den Beschluss der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, der die pränatale Selektion aufgrund des Geschlechts verurteilt.

Die Legalisierung oder gar Förderung von Abtreibungen stünden der Erziehung der Jugend und damit der Zukunft der Menschheit entgegen.

Eine wesentliche Rolle für die Entwicklung der Person komme den Erziehungs- und Bildungseinrichtungen zu, die mit der Familie zusammenarbeiten müssten. Sie hätten es schwer, ihre Aufgabe zu erfüllen, wenn hinsichtlich der Ziele eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit der Familie fehle.

„Es ist notwendig, dass eine Bildungspolitik umgesetzt wird, die Schulbildung allen öffnet und über die Förderung der kognitiven Entwicklung der Person hinaus für ein harmonisches Heranreifen der Persönlichkeit Sorge trägt, einschließlich ihrer Offenheit für die Transzendenz.“

Die katholische Kirche sei im Bereich der schulischen und akademischen Einrichtungen immer besonders tätig gewesen und habe so an der Seite der staatlichen Institutionen eine überaus wertvolle Arbeit geleistet.

„Ich hoffe daher, dass dieser Beitrag auch in den nationalen Gesetzgebungen Anerkennung und Förderung erfährt.“ [jb]