Papst Benedikt XVI.: „Folgt dem Weg, den Pater Pio euch gezeigt hat"

Mit Maria den Weg der Heiligkeit gehen

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SAN GIOVANNI ROTONDO, 22. Juni 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, bei seinem Pastoralbesuch in San Giovanni Rotondo, der Wirkstätte des heiligen Pater Pio von Pietrelcina (1887-1968), zum Angelus gehalten hat.

Der Vater ermutigte die Gläubigen, auf den Spuren des heiligen Kapuzinerpaters (vgl. Dossier zur Heiligsprechung) zu wandeln und heilig zu werden. Ein Rat von Pater Pio sei diesbezüglich besonders hilfreich: „Liebt die Gottesmutter, und sorgt dafür, dass sie geliebt wird!"

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Liebe Brüder und Schwestern!

Am Ende dieser feierlichen Eucharistiefeier lade ich euch dazu ein, zusammen mit mir wie jeden Sonntag das Mariengebet des Angelus zu beten. Hier, im Heiligtum des heiligen Pio von Pietrelcina, scheint es uns, als würden wir seine Stimme hören, die uns dazu auffordert, uns mit kindlichem Herzen an die heilige Jungfrau zu wenden. „Liebt die Gottesmutter, und sorgt dafür, dass sie geliebt wird", so wiederholte er es allen, und mehr als diese Worte wiegt das beispielhafte Zeugnis seiner tiefen Verehrung für die himmlische Mutter. Er wurde in der Kirche „Santa Maria degli Angeli" von Pietrelcina auf den Namen Francesco getauft und hat der Jungfrau Maria, genauso wie der Poverello von Assisi, stets eine äußerst innige Liebe entgegengebracht. Die Vorsehung führte ihn dann an diesen Ort, nach San Giovanni Rotondo, beim Heiligtum „Santa Maria delle Grazie", wo er bis zu seinem Tod geblieben ist und wo seine sterblichen Überreste ruhen. Sein ganzes Leben und sein Apostolat haben sich also unter dem mütterlichen Blick der Gottesmutter und mit der Kraft ihrer Fürsprache abgespielt. Auch die „Casa Sollievo della Sofferenza" betrachtete er als Werk Marias, „Heil der Kranken". Daher, liebe Freunde, möchte auch ich heute, dem Beispiel des Pater Pio folgend, euch alle dem mütterlichen Schutz der Mutter Gottes anvertrauen. Auf besondere Weise erbitte ich ihn für die Gemeinschaft der Kapuziner, für die Kranken des Krankenhauses und für all jene, die sich liebevoll ihrer annehmen, wie auch für die Gebetsgruppen, die in Italien und auf der ganzen Welt den geistlichen Auftrag des heiligen Gründers fortsetzen.

Der Fürsprache der Muttergottes und des heiligen Pio von Pietrelcina möchte ich auf besondere Weise das Priesterjahr anvertrauen, dass ich am vergangenen Freitag, dem Fest des Heiligsten Herzens Jesu, eröffnet habe. Möge es eine besondere Gelegenheit darstellen, die Bedeutung der Sendung und der Heiligkeit der Priester im Dienst für die Kirche und die Menschheit des dritten Jahrtausends herauszustellen!

Wir wollen heute auch für die schwierige und manchmal dramatische Situation der Flüchtlinge beten. Erst gestern wurde der von den Vereinten Nationen geförderte Weltflüchtlingstag begangen. Die Menschen, die in anderen Ländern Zuflucht suchen und vor Situationen des Krieges, der Verfolgung und der Katastrophen fliehen, sind zahlreich, und ihre Aufnahme stellt vor nicht wenige Probleme, ist jedoch geboten. Gebe Gott, dass es mit dem Einsatz aller Mensch so weit wie möglich gelingen mag, die Ursachen eines so traurigen Phänomens zu beseitigen.

Von ganzem Herzen grüße ich alle hier zusammengekommenen Pilger! Ich danke den zivilen Obrigkeiten und allen, die bei den Vorbereitungen meines Besuchs mitgearbeitet haben. Herzlichen Dank! Allen wiederhole ich: Folgt dem Weg, den Pater Pio euch gezeigt hat, dem Weg der Heiligkeit nach dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. Auf diesem Weg wird euch stets die Jungfrau Maria vorangehen, und mit mütterlicher Hand wird sie euch zur himmlischen Heimat führen.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2009 - Libreria Editrice Vaticana]