Papst Benedikt XVI. fordert ein Ende der gewalttätigen Übergriffe gegen Christen

Verfolgungen in Indien, im Irak und in der Demokratischen Republik Kongo

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ROM, 13. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. schenkte der Kirche, gestern, Sonntag, im Rahmen eines feierlichen Pontiikalhochamts auf dem Petersplatz vier neue Heilige. Neben der Schweizer Ordensgründerin Maria Bernarda Bütler erhob er unter anderem auch die indische Ordensfrau Alphonsa von der Unbefleckten Empfängnis zur Ehre der Altäre. Sie ist die erste in Indien geborene Heilige, die nun öffentlich verehrt werden kann.

Zahlreiche Messteilnehmer schwenkten die indische Nationalflagge. Beim anschließenden Angelusgebet nützte der Papst die Gelegenheit, um auf die Christenverfolgungen in Orissa und anderen indischen Bundesstaaten Bezug zu nehmen. Bis heute sind rund 60 Menschen ermordet sowie mehr als 180 Kirchen und 4.500 Häuser christlicher Familien zerstört worden. Eindringlich rief Benedikt XVI. dazu auf, die gewalttätigen Übergriffe einzustellen. Neben Indien erwähnte er auch ausdrücklich den Irak und die Demokratische Republik Kongo, wo die Christen ebenfalls verfolgt werden. Tausende christliche Familien in der nordirakischen Stadt Mossul waren nach Meldungen vom Samstag zur Flucht gezwungen worden, nachdem ihre Häuser in Brand gesteckt worden waren. Alle, die Gewalt schürten, sollten sich mit ihren Schwestern und Brüdern aussöhnen und zusammen mit ihnen am Aufbau einer echten Zivilisation der Liebe arbeiten, so Papst Benedikt.

Mit Blick auf das Beispiel der neuen Heiligen Maria Bernarda Bütler, Alphonsa von der Unbefleckten Empfängnis, Narcisa de Jesús Martillo Morán (Ecuador) und Gaetano Errico (Italien) erklärte der Heilige Vater, dass die heroische Geduld, Stärke und Standhaftigkeit, die die erste indische Heilige inmitten tiefen Leidens gelebt habe, allen Menschen vor Augen halte, „dass Gott immer für die Kraft sorgt, die wir brauchen, um jede Prüfung zu bestehen“.

Alle Menschen, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen, empfahl Papst Benedikt XVI. der Fürsorge des allmächtigen Gottes an.

Die Worte des Bischofs von Rom vernahmen 700 Priester, 2.000 Ordenfrauen und rund 4.000 Pilger, die aus Indien angereist waren. Unter ihnen befand sich auch eine offizielle Delegation der indischen Regierung, angeführt von Arbeitsminister Oscar Fernandes.

Benedikt XVI. begrüßte auch die Pilgergruppen, die mit den anderen neuen Heiligen verbunden sind, und erinnerte zum Abschluss an die Bedeutung des Rosenkranzgebetes. Im Monat des Marienfestes Königin vom Rosenkranz (7. Oktober) wies er darauf hin, dass dieses Gebet eine große Hilfe sei, um sich Tag für Tag aufs Neue mit Jesus Christus zu verbinden, Trost und Kraft zu schöpfen und in der Meinung des Papstes vor Gott für die Anliegen der Kirche einzutreten.