Papst Benedikt XVI. fordert „gründliche Untersuchung” in Irland

Bischöfe sprachen mit Papst über Missbrauchsfälle

| 2379 klicks

MAYNOOTH, Irland, 10. Juni 2009 (ZENIT.org).- Das Leben der Kirche in Irland müsse einer „gründlichen Untersuchung" unterzogen werden, fordert Papst Benedikt XVI. Das berichtete der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, nach einem Gespräch mit dem Heiligen Vater am letzten Freitag. Gegenstand des Treffens war der eben erschienene Bericht über zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch in Irlands katholischen Schulen. Der Öffentlichkeit wurde der so genannte „Ryan Report" - benannt nach dem Vorsitzenden der beauftragten Kommission - am 20. Mai vorgestellt.

Erzbischof Martin und der Erzbischof von Armagh, Kardinal Sean Brady, trafen am Dienstag in der irischen Stadt Maynooth ihre Mitbrüder im Bischofsamt, um ihnen über die Unterredung mit dem Papst zu berichten. Der Heilige Vater habe „dem, was wir zu sagen hatten, sehr sorgfältig, sehr aufmerksam und sehr mitfühlend zugehört, und in seiner Antwort erklärte er, dass nun Zeit für eine gründliche Untersuchung des Lebens hier in Irland in der Kirche sei", so Kardinal Brady. Papst Benedikt rufe dazu auf, die Wahrheit über das, was geschehen sei, ans Licht zu bringen und Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass sich solches wiederhole.

Erzbischof Martin bekräftigte, dass Benedikt XVI. angesichts detaillierter Schilderungen über das Leiden der Kinder „sichtlich bestürzt" gewesen sei. Die Botschaft, die er vom Vatikan mitnehme, sei die Notwendigkeit zuzuhören: „Wir müssen den Opfern zuhören, wir müssen den Hinterbliebenen zuhören. Sie sind diejenigen, die das durchgemacht haben." Der Dialog mit dem Vatikan werde fortgesetzt.