Papst Benedikt XVI. fordert neue Vision der modernen Ökonomie

Erste Einblicke in seine Sozialenzyklika

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ROM, 15. Juni 2009 (ZENIT.org).- Nur die Orientierung am Gemeinwohl garantiere, dass die Marktwirtschaft tatsächlich ein Weg zum Fortschritt sei, betonte Papst Benedikt XVI. am Samstag beim Empfang der Mitglieder der Päpstlichen Stiftung Centesimus Annus Pro Pontifice. Seine neue Enzyklika - sie soll den Titel „Veritas in Caritate" tragen und laut dem Papst „bald erscheinen" - werde skizzieren, welche Arbeit Christen tun müssten, um zum herzlichen Miteinander beizutragen.

Papst Benedikt kündigte bei der Audienz im Vatikan an, dass seine dritte Enzyklika aufzeigen werde, „welche Zielsetzungen wir Christen verfolgen müssen und welche Werte wir fördern und unermüdlich verteidigen müssen, um eine wahrhaft freie und solidarische menschliche Koexistenz zu verwirklichen", so der Heilige Vater. Die Finanzkrise zeige, dass ein Überdenken der vorherrschenden ökonomischen Paradigmen notwendig sei. Entscheidend sei dabei, dass die Idee der Freiheit in der Ökonomie im Dienst „der menschlichen Freiheit in ihrer Gesamtheit" stehe. Und diese Freiheit - „das Herzstück des Ethischen und Religiösen" - müsse verantwortlich sein.

Mehrfach würdigte Papst Benedikt auch die Enzyklika Centesimus annus von Papst Joahnnes Paul II., die am 1. Mai 1991 - 100 Jahre nach der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII. - erschienen war. Die nach der Enzyklika benannte Päpstliche Stiftung „Centesimus Annus Pro Pontifice" wurde von Johannes Paul II. am gleichen Tag promulgiert. Ziel der Stiftung ist die Bekanntmachung der katholischen Soziallehre. Deshalb werden Initiativen zur Stärkung der Präsenz und des Wirkens der katholischen Kirche in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft gefördert. Tätigkeiten des Apostolischen Stuhls werden von der Stiftung auch durch Spendengeld-Suche unterstützt.

Papst Benedikt XVI. brachte vor seinen Gästen seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die „Centesimus Annus"-Stiftung in der Lage sein werde, „eine Vision der modernen Ökonomie auszuarbeiten, die respektvoll ist gegenüber den Bedürftigen und den Rechten der Schwachen".