Papst Benedikt XVI.: Forstleute schützen Natur und dienen den Menschen

Schreiben zum Gedenktag des heiligen Johannes Gualbertus (12. Juli)

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ROM, 13. Juli 2007 (ZENIT.org).- In einem Brief zum Gedenktag des heiligen Johannes Gualbertus (995 bei Florenz – 1073 bei Siena), dem Schutzpatron der Forstleute und Waldarbeiter, am 12. Juli, bekundet Papst Benedikt XVI. den italienschen Förstern seine Wertschätzung und Zuneigung.



Der Heilige Vater zeigt sich in dem heute veröffentlichten Schreiben davon überzeugt, dass sich die Förster in ihrer Tätigkeit von einer echten Dienstgesinnung leiten lassen, um dadurch den Menschen nahe zu sein und die Schätze der Natur – „Gottes Geschenk an alle Menschen“ – auf die bestmögliche Weise zu schützen.

In dem Brief, der sich an Bischof Emeritus Maffeo Ducoli der Diözese Belluno-Feltre richtet, der am Donnerstag für die Mitarbeiter des staatlichen Forstamts in der Kirche „Madonna della Neve“ (Hl. Maria vom Schnee) in Prà Marino (Val Visdende) einen feierlichen Gottesdienst zelebrierte, gedenkt Papst Benedikt auch des 20. Jahrestages des erstmaligen Besuchs seines Vorgängers Johannes Paul II. in der Bergwelt der Dolomiten.

Johannes Gualbertus, Sohn einer adligen Familie aus Florenz, wurde von seinen Eltern im christlichen Glauben erzogen. Das hielt ihn aber nicht von Abschweifungen aller Art ab. Als eines Tages sein Bruder von einem Verwandten getötet wurde, schwor Johannes Rache und machte sich auf die Suche nach dem Mörder. Als er ihn ausfindig gemacht hatte, schreckte er jedoch davor zurück, seinen Racheplan in die Tat umzusetzen und verzieh stattdessen dem Verwandten.

Geprägt von diesem Erlebnis, entschloss sich der damals 18-Jährige, ins Kloster zu gehen. Zunächst trat er bei den Benediktinern im Florentiner Kloster Santo Miniato ein. Nach vier Jahren verließ er die Benediktiner und ließ sich für kurze Zeit bei den Kamaldulensern in deren Stammkloster Camaldoli nieder, ehe er sich in die Einöde bei Vallombrosa zurückzog, um dort als Einsiedler zu leben.

Mehrere gleichgesinnte Männer schlossen sich ihm an, so dass Johannes nach 1030 damit begann, eine Regel für die neue Klostergemeinschaft aufzustellen. In ihr legte er zum Beispiel die strenge Unterscheidung zwischen Chormönchen und Laienbrüdern fest: Während die Chormönche das Kloster nie verlassen durften, erledigten die Brüder die alltäglichen Besorgungen.

Nach dem Standort des neu erbauten Klosters wurde die Ordensgemeinschaft „Vallombrosaner“ genannt („Congregatio Vallis Umbrosae Ordinis Sancti Benedicti“). Im 20. Jahrhundert wurde sie mit dem Benediktinerorden vereinigt.

Im Geiste des Johannes Gualbertus entstanden in kurzer Zeit mehrere Klöster in der Umgebung. Bei einer Visitation im Kloster San Michele Arcangelo in Passignano starb Johannes am 12. Juli 1073. Dort wurde er auch bestattet.