Papst Benedikt XVI.: Friedenstreffen 2007, Missionare und Politiker mit Gebet unterstützen

Angelus auf der Piazza del Plebiscito in Neapel

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NEAPEL, 22. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, in Neapel zum Angelus gehalten hat.



Der Heilige Vater rief die Gläubigen am Weltmissionssonntag dazu auf, besonders für die Missionare zu beten. Außerdem bat er sie, auf die Fürsprache der „Königin des Rosenkranzes“für die Früchte des Interreligiösen Friedenstreffens 2007 sowie für all jene Menschen zu beten, die sich im Sozialbereich oder in der Politik für mehr Gerechtigkeit einsetzen.

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Liebe Brüder und Schwestern!

Zum Schluss dieser festlichen Eucharistiefeier möchte ich gegenüber euch allen, liebe Freunde aus Neapel, noch einmal meinen Gruß und meinen Dank für die herzliche Aufnahme bekunden, die ihr mir geschenkt habt. Einen besonderen Gruß möchte ich an die Delegationen richten, die aus verschiedenen Teilen der Welt gekommen sind, um am Internationalen Friedenstreffen teilzunehmen, das von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert worden ist und unter dem Thema steht: „Für eine Welt ohne Gewalt – Religionen und Kulturen im Dialog“. Diese wichtige kulturelle und religiöse Initiative möge dazu beitragen, den Frieden in der Welt zu festigen.

Beten wir dafür. Wir wollen heute aber auch – in ganz besonderer Weise – für die Missionare beten. Wir begehen nämlich den Weltmissionssonntag, der ein sehr bedeutsames Motto hat: „Alle Kirchen für die ganze Welt“. Jede Ortskirche ist mitverantwortlich für die Evangelisierung der ganzen Menschheit, und diese Kooperation unter den Kirchen wurde von Papst Pius XII. mit der Enzyklika „Fidei Donum“ vor nunmehr 50 Jahren gefördert. Lassen wir es nicht an unserer geistlichen und materiellen Unterstützung für all jene fehlen, die an den Vorposten der Mission arbeiten: Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien, die bei ihrer Arbeit nicht selten ernsthaften Schwierigkeiten begegnen und manchmal sogar Verfolgungen.

Wir übergeben diese Gebetsmeinungen der allerseligsten Maria, die wir im Monat Oktober gerne unter dem Titel anrufen, mit dem sie im nahe gelegenen Heiligtum von Pompei verehrt wird: „Königin des Rosenkranzes“. Ihr vertrauen wir insbesondere die vielen Emigranten an, die aus Caserta in Wallfahrt hierher gekommen sind. Die heilige Jungfrau schütze auch alle, die sich auf verschiedene Weise für das Gemeinwohl und für eine gerechte Ordnung der Gesellschaft einsetzen.

Dies ist gerade während der 45. Sozialen Woche der italienischen Katholiken äußerst gut zum Ausdruck gekommen, die in diesen Tagen in Pistoia und Pisa stattgefunden hat, 100 Jahre nach der ersten Sozialen Woche, die vor allem von Giuseppe Toniolo initiiert worden war, einer herausragenden Gestalt unter den christlichen Wirtschaftswissenschaftlern.

Zahlreich sind die Probleme und Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Ein starkes Engagement aller, besonders der im sozialen und politischen Bereich tätigen gläubigen Laien, ist erforderlich, um für jeden Menschen, insbesondere für die Jugendlichen, die Voraussetzungen sicherzustellen, die unerlässlich sind, um seine natürlichen Talente zu entfalten und großherzige Lebensentscheidungen im Dienst an den Familienangehörigen und der ganzen Gemeinschaft heranreifen zu lassen.

Und jetzt wenden wir uns im gewohnten Gebet des Angelus an die Gottesmutter.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana]