Papst Benedikt XVI.: In der Kirche findet ein ständiger Kampf statt

Das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens verweist auf Dialektik: Sünde - Gnade

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ROM, 7. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat das das morgige "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" zum Anlass genommen, um über untergründig schwelende Konflikte in der Kirche zu sprechen. „In der Kirche findet ein ständiger Kampf zwischen der Wüste und dem Garten statt“, so der Papst beim gestrigen Angelusgebet vor tausenden von Pilgern auf dem Petersplatz.

„Doch während Maria die Unbefleckte ist – als solche werden wir sie übermorgen feiern, bedarf die Kirche der ständigen Reinigung, da die Sünde alle ihre Glieder gefährdet. In der Kirche findet ein ständiger Kampf zwischen der Wüste und dem Garten statt, zwischen der Sünde, die die Erde ausdörrt, und der Gnade, die sie bewässert, damit sie reiche Früchte an Heiligkeit hervorbringe“.

"Bitten wir also die Mutter des Herrn, daß sie uns in dieser Adventszeit helfe, unsere Wege zu 'begradigen', indem wir uns vom Wort Gottes leiten lassen“, so der Papst.

Das morgige Hochfest ist in einigen europäischen Ländern auch traditionell ein staatlicher arbeitsfreier Feiertag. Dazu gehören Liechtenstein, Österreich, Italien, Malta, Spanien, Portugal und die katholische geprägten Kantone der Schweiz.

Pius IX., war es der in seinem Aposto­lischen Schreiben „Ineffabilis Deus“ am 8. Dezember 1854 dieses Hochfest ausrief, dass schon über Jahrhunderte zum festen Bestand der Frömmigkeit und der Glaubensüberzegung vieler katholischer Christen gehörte. Es ging aus dem ursprünglichen Fest von Mariae Empfängnis hervor, das 1477 von Sixtus IV. im Bistum Rom eingeführt wurde.

Das Kirchenfest ist also sehr viel älter als das Dogma, wenn auch früher mit anderem theologischen Inhalt belegt. Der 8. Dezember als Tag der Empfängnis war gegeben, weil er exakt neun Monate vor der Geburt der heiligen Jungfrau liegt (8. September). Unter Clemens XI. (1708) weitete sich das Fest auf die gesamte katholische Kirche aus.

Die katholische Kirche gewährt demjenigen Gläubigen Teilablass, der an einer öffentlich abgehaltenen Gebetsnovene zur Vorbereitung auf dieses Fest teilnimmt.Der dogmatische Lehrsatz lautete wie folgt:

„Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhö­hung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erb­sünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.“

(AR)