Papst Benedikt XVI. in Mariazell: 30.000 Gläubige sind gekommen

Jedes Jahr besuchen 1,5 Millionen Pilger den Marienwallfahrtsort

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MARIAZELL, 8. September 2007 (ZENIT.org).- Rund 30.000 Pilger sind in 480 Bussen zum Papstgottesdienst nach Mariazell angereist, berichtete am Samstagvormittag die Polizei (Stand 9.00 Uhr).



Die Heilige Messe am Fest Mariä Geburt zum 850-Jahr-Jubiläum des Marienwallfahrtsortes wird, genauso wie die übrigen Stationen des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Österreich, von rund 1.700 akkreditieren Medienvertretern begleitet. 1.050 kommen aus Österreich, 250 aus Deutschland, 80 aus Italien und jeweils rund 40 aus Frankreich, Großbritannien beziehungsweise Polen.

Papst Benedikt XVI. betete vor Beginn des Gottesdienstes in der Basilika vor der Gnadenstatue sein selbst verfasstes Mariengebet aus seiner ersten Enzyklika

Heilige Maria, Mutter Gottes,
du hast der Welt
das wahre Licht geschenkt,
Jesus, deinen Sohn — Gottes Sohn.
Du hast dich ganz
dem Ruf Gottes überantwortet
und bist so zum Quell der Güte geworden,
die aus ihm strömt.
Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.
Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst
wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers
werden können
inmitten einer dürstenden Welt.


(Abschlussgebet von Deus caritas est)

Zum Gottesdienst wurde die 48 Zentimeter hohe Mariazeller Gnadenstatue aus Lindenholz auf den Vorplatz der Basilika getragen.

Die Gründung von Mariazell wird auf den Benediktinermönch Magnus zurückgeführt, der von seinem Mutterkloster St. Lambrecht im Jahre 1157 als Seelsorger für die Hirten in die Umgebung des heutigen Ortes Mariazell ausgesandt wurde. Hier angekommen soll er die mitgebrachte Marienstatue auf einen Baumstumpf gestellt und darüber eine einfache Holzkapelle errichtet sowie für sich selbst eine „cella“ als Unterkunft gebaut haben. Maria in der Zelle gab also diesem Ort seinen Namen.

Schon bald – so wird berichtet – kam es zu Gebetserhörungen, und Mariazell wurde zum Ziel zahlreicher Hilfe suchender Menschen.

Die frühgotische thronende Marienfigur hält an ihrer rechten Seite das auf ihrem Schoß sitzende Jesuskind. Das Kind hält einen Apfel, mit der linken Hand greift es nach einer Frucht, die ihm Maria reicht. Die beiden Früchte sind Symbole für die Erlösung vom Sündenfall.

Seit dem 16. Jahrhundert war es üblich, Gnadenbilder mit kostbaren gestickten Gewändern zu schmücken. Nur an zwei Tagen ist die Gnadenstatue ohne so genanntes „Liebfrauenkleid“ zu sehen, nämlich am Gründungstag von Mariazell, dem 21. Dezember, und am Tag des Patroziniums der Basilika, zu Mariä Geburt am 8. September.

Über 1,5 Millionen Gläubige pilgern jedes Jahr aus nah und fern zur Mariazeller Gnadenstatue, die unter den Namen „Magna Mater Austriae“ („Große Mutter Österreichs“), „Magna Domina Hungarorum“ („Großherrin der Ungarn“) und „Mater Gentium Slavorum“ („Mutter der slawischen Völker“) angerufen wird.