Papst Benedikt XVI.: Lebt Einheit und Versöhnung als Frucht des Geistes!

Feierliche Vesper in der Oberkirche der Verkündigungsbasilika

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NAZARETH, 14. Mai 2009 (ZENIT.org).- Zu „Einheit und Versöhnung als Frucht des Heiligen Geistes“ lud ein strahlender Papst heute Nachmittag in der Verkündigungsbasilika ein.

Benedikt XVI. feierte am Ende eines bewegenden Nachmittags nach dem vorausgegangenen Treffen mit den verschiedenen Religionsführern in der Oberkirche der Verkündigungsbasilika die feierliche Vesper zur Menschwerdung des göttlichen Wortes.

„An diesem Ort, wo Jesus selbst heranwuchs und die hebräische Sprache lernte, grüße ich die hebräisch sprechenden Christen; sie erinnern uns an die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens“, sagte Benedikt XVI. „Maria steht für die gesamte Menschheit. Sie spricht für uns alle, als sie auf die Einladung des Engels antwortet.“

Vor dem Vespergottesdienst hatte sich der Nachfolger des heiligen Petrus als Pilger in die Verkündigungsgrotte begegen, um ein paar Augenblicke in aller Stille alleine zu beten. Die Verehrung der Verkündigungsgrotte, in der Maria die Botschaft des Engels empfangen hat (vgl. Lk 1,26-33) geht bis ins 3. Jahrhundert zurück. Damals errichteten in Nazareth lebende Judenchristen eine bescheidene erste Kirche nach dem Muster der damaligen Synagogen.

Im Jahr 1955 wurde schließlich über der Verkündigungsgrotte einer der größten Sakralbau der letzten Jahrzehnte in Israel errichtet. Diese fünfte Kirche, am 23. März 1969 durch Kardinal Garrone geweiht, besteht aus einer Unterkirche, die den Blick in die tieferen, älteren Schichten des Bauwerks ermöglicht.

In die Oberkirche, die durch ihre Bildausstattung das Weltumspannende der Kirche sichtbar macht, hatten sich an diesem Nachmittag in Nazareth eine große und begeisterte Schar von Vertretern der insgesamt elf katholischen Bischöfen, 89 Priestern, 317 Ordenspriestern, 968 Ordensfrauen und 203 Ordensbrüdern und unzähliger Vertreter der kirchlichen Bewegungen und Pastoralarbeiter Galiläas eingefunden.

In seiner Begrüßung erklärte der maronitische Erzbischof von Haifa, Msgr. Paul Sayah, dass die Präsenz des Papstes ein Zeichen der Zuwendung zu allen Mitarbeitern im Heiligen Land sei, die ihre vielschichtigen Dienste zum Wohl des ganzen Gottesvolkes ausübten. Man sei bemüht, die Christen im Land zum Bleiben zu ermutigen, so der Erzbischof. Den Pilgern aus aller Welt wolle man ermöglichen, die Heiligen Stätten zu besuchen.

Der Papst lud zum Gesang des Magnifikats ein - zum Zeichen dafür, dass die Stärke und Treue Gottes in alle Ecken der Erde gelangen solle. Seinen bewegenden Worten schloss sich das auf Arabisch gesungene Magnifikat an. Mit spontanen Jubelrufen, brandendem Applaus und einem Halleluja klang das Abendgebet der Kirche in Nazareth am vorletzten Tag der Pilgerreise Benedikts XVI. aus.