Papst Benedikt XVI. mahnt zu Klima- und Umweltschutz

Reiche Länder dürfen ärmere nicht ausbeuten

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ROM, 28. November 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hält ein „moralisches Erwachen" zu Gunsten der Umwelt für dringend erforderlich. Zudem dürften reiche Länder die Ressourcen der Entwicklungsländer nicht missbrauchen.



Diese Aufforderung ist Teil der Botschaft, die Erzbischof Fernando Filoni, Stellvertretender Staatsekretär des Vatikans im Namen des Papstes zur Eröffnung der 92. Sozialen Woche in Frankreich geschrieben hat. Einen Grund zur Freude sehe der Papst „in der Tatsache, dass unsere Zeitgenossen mehr und mehr die Notwendigkeit einer nachhaltige Entwicklung erkennen“. So könne „für die kommenden Generationen ein bewohnbarer Planet“ geschaffen werden, „mit den Aussichten, die der Schöpfer geboten hat“.

Papst Benedikt XVI. wird in seiner Botschaft zum Sprachrohr der Befürchtungen der Männer und Frauen von heute, die vor der „Ausbeutung der Ressourcen der Erde, dem raschen Auftauen der Gletscher, der Erhöhung des Treibhauseffekts, der Zunahme von Naturkatastrophen und übermäßigen Emissionen von Kohlendioxid“ warnen.

„Dies sind nur einige Warnzeichen für ein moralisches Erwachen zu Gunsten dieser Erde“, heißt es in der Botschaft. „Wieder einmal sind es die ärmeren Länder, die unter den schwerwiegenden Folgen zu leiden haben, die durch die Haltung der industrialisierten Welt bewirkt worden sind und ihr Vertrauen in den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, das manchmal geradezu überzogen ist.“

Benedikt XVI. erklärt, dass Gott dem Menschen seinen Geist verliehen habe, so dass er dank seiner Vernunft Projekte ins Leben rufen könne, „die auf eine bessere Verteilung der natürlichen Ressourcen und der Güter der Erde abzielen“, einschließlich eine vorsichtigeren Nutzung der Wälder und der biologischen Reserven. „Die reichsten Länder sind dazu aufgerufen, die Ressourcen der Entwicklungsländer nicht unrechtmäßig auszubeuten, ohne ihnen die Einnahmen zu übertragen, die aus den Ressourcen ihres Landes und Bodens kommen.“ In den Augen des Papstes handelt es sich dabei um „eine Frage der elementaren Grundsätze von Recht und Billigkeit und der universellen Bestimmung der Güter der Erde“. Außerdem gelte es, verstärkt über dieses arbeitsteilige System nachzudenken.

Schließlich appelliert der Papst an jeden Christen, sich neue Verhaltensweisen anzueignen, „um als Hüter der Natur und der Umwelt zu dienen. Die menschliche Intelligenz hat viele Möglichkeiten, um für die Förderung einer neuen, dauerhaften Entwicklung einzutreten.“