Papst Benedikt XVI.: Maria zeigt uns, wozu wir berufen sind

„Fest des Glaubens“ und Gebetsigil in der Wiener Innenstadt

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WIEN, 7. September 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat heute auf dem Platz „Am Hof“ mehr als 10.000 Menschen daran erinnert, dass die Mutter Jesu das verkörpert, „was eigentlich jeder Mensch ist“.



Bei seinem ersten Zusammentreffen mit den österreichischen Gläubigen erklärte der Heilige Vater vom Balkon der Kirche der kroatischen Gemeinde in der Wiener Innenstadt aus: „Wir schauen auf zu Maria, weil sie uns zeigt – wir haben es eben in der Lesung gehört –, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.“

Benedikt XVI. bezog sich auf die Stelle aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser, wo es heißt: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade“ (1,3-6).

Der besondere Gruß des Bischofs von Rom galt den Jugendlichen und den Vertretern der anderssprachigen katholischen Gemeinden in der Erzdiözese Wien, die sich, wie der Papst selbst ankündigte, im Anschluss an den Wortgottesdienst in der Kirche versammelten, um bis Samstagvormittag in Anbetung vor dem Allerheiligsten zu verharren.

„Ich habe gehört, dass Sie schon drei Stunden da stehen“, sagte der Papst zu den Tausenden von jungen Menschen, die dem heftigen Regen trotzten. „Ich bewundere Sie dafür. Damit verwirklichen sie ganz konkret, was wir alle in diesen Tagen tun wollen: mit Maria auf Christus schauen.“

Benedikt XVI. betrat mit dem Platz „Am Hof“ nicht nur einen der historisch bedeutendsten Plätze Wiens, sondern er wandelte damit auch in den Spuren seiner Vorgänger.

Von 1630 bis 1913 befand sich hier die Apostolische Nuntiatur, in der von 1668 bis 1671 Antonio Pignatelli, der spätere Papst Innozenz XII., wirkte. Im Jahr 1782 stattete Papst Pius VI. Wien einen mehrwöchigen Besuch ab, um den Gläubigen am Ostersonntag, dem 31. März, vom Balkon der Kirche aus Tausenden von Gläubigen den Ostersegen zu spenden. Am 12. September 1983 traf Papst Johannes Paul II. auf diesem Platz mit österreichischen Arbeitnehmern und Gastarbeitern zusammen. Die damalige Begegnung stand im Zeichen der „tiefen Verbundenheit“ des Papstes mit den arbeitenden Menschen.

Die barocke Mariensäule auf dem Platz „Am Hof“ ist ein sichtbares Zeichen der marianisch geprägten Frömmigkeit in Österreich und mit der Einführung des Marienfeiertags Mariä Empfängnis am 8. Dezember in Österreich verbunden. Kaiser Ferdinand III. hatte 1645 in einer Stunde äußerster Bedrängnis im 30-jährigen Krieg gelobt, das Fest Mariä Empfängnis im ganzen Land einzuführen und auf einem öffentlichen Platz in Wien ein Standbild der Immaculata aufzustellen.

Tatsächlich blieb Wien vor einer Erstürmung verschont, und der Kaiser löste sein Versprechen ein: Am 18. Mai 1647 zog eine große Prozession von der Augustinerkirche zum Platz, wo die Mariensäule aufgestellt wurde. Die ursprüngliche Säule aus Marmor wurde 1667 wurde nach Schloss Wernstein in Oberösterreich gebracht und durch eine Bronzekopie ersetzt.

Die Mariensäule sollte auch für uns heute ein „Zeichen der Hoffnung“ sein, betonte Benedikt XVI. „Wie viele Menschen haben seither vor dieser Säule innegehalten und betend zu Maria aufgeschaut! Wie viele haben in persönlichen Nöten die Kraft ihrer Fürsprache erfahren!“