Papst Benedikt XVI. nimmt Rücktrittsgesuch des Erfurter Bischofs an

Erzbischof Zollitsch würdigt Bischof Wanke

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ROM, 2. Oktober 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Papst Benedikt XVI. hat heute das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Erfurt, Bischof Dr. Joachim Wanke, angenommen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dankte Wanke in einem Brief für dessen Engagement in der Bischofskonferenz. „Mit unermüdlicher Schaffenskraft hast Du Dich für die Verkündigung des Evangeliums eingesetzt und mit Deinen Ideen, geistlichen Worten, Dialogen und Wegweisungen Dein Bistum, die Deutsche Bischofskonferenz und die Kirche in Deutschland geprägt“, so Zollitsch.

Auf der gerade zu Ende gegangenen Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda habe Bischof Wanke noch den Abschlussbericht zur Revision der Einheitsübersetzung des Neuen Testamentes vorgelegt. Daher gelte ihm für die Arbeit an der Revision, aber auch für sein Mitwirken in der Glaubenskommission und der Unterkommission für das gemeinsamen Gebet‑ und Gesangbuch ein besonderer Dank. Erzbischof Zollitsch fügte hinzu: „Über viele Jahre hast Du mit großem persönlichen Einsatz, theologischem Sachverstand und pastoralem Einfühlungsvermögen die Pastoralkommission unserer Konferenz geleitet. Du konntest dabei aus Deinen seelsorglichen Erfahrungen schöpfen, auch aus den Erfahrungen der DDR und dem Mut vieler Gläubigen, ihren Glauben trotz Diktatur und Drangsal dennoch zu leben. In der Pastoralkommission war es Dir ein Anliegen, nach Wegen der Seelsorge zu suchen, die in Großraumgemeinden anwendbar sind und gleichzeitig auch für ländliche oder Diasporaregionen gelten.“ Unter Bischof Wankes Federführung sei im Jahre 2000 der bis heute wegweisende Text „Zeit zur Aussaat“ entstanden. „Damals hast Du Impulse für eine missionarische Pastoral gesetzt und diesen Begriff geprägt, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Du darfst Dir sicher sein, dass ich diese Aufgabe in der bald beginnenden Bischofssynode zur Neuevangelisierung in Rom zur Geltung bringen werde“, schreibt Erzbischof Zollitsch.

Es sei dem persönlichen Einsatz von Bischof Wanke zu verdanken, dass sich die Katholiken in der ehemaligen DDR in der Seelsorge gut aufgehoben gefühlt hätten. „Gleichzeitig hast Du wesentlich dazu beigetragen, die deutsche Einheit auch in der katholischen Kirche zu fördern. Durch Deinen Einsatz ist es gelungen, schon bald eine gesamtdeutsche Bischofskonferenz zu etablieren. Einer der Höhepunkte Deines Hirtenamtes war sicherlich der Besuch des Heiligen Vaters, den Du im vergangenen Jahr gastfreundschaftlich in Erfurt empfangen hast. Es ist Dir und Deinem Einsatz zu verdanken, dass der Heilige Vater den Osten Deutschlands besucht und das Engagement der Christen in der DDR und beim Wiederaufbau gewürdigt hat“, so Zollitsch.

Hinweis:
Papst Benedikt XVI. hat heute auch das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Passau, Bischof Wilhelm Schraml, angenommen. Gleichzeitig hat der Heilige Vater Bischof Schraml für die Zeit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls zum Apostolischen Administrator des Bistums ernannt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz wird Bischof em. Schraml nach Ende der Vakanz ausführlich würdigen.