Papst Benedikt XVI. nimmt Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von Bulawayo (Simbabwe) an

Erzbischof Ncube: Kritik seitens Mugabes Regierung richtet sich auch gegen ganze Kirche

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ROM, 12. September 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch von Erzbischof Pius Ncube angenommen, der als ausgesprochener Kritiker des Staatspräsidenten von Simbabwe, Robert Mugabe, bekannt ist.



In einer gestern veröffentlichten Erklärung legte der 60 Jahre alte Erzbischof der Diözese Bulawayo dar, dass er bereits im Juli darum gebeten habe, sein Amt niederlegen zu dürfen. Dieser Anfrage sei nun seitens des Vatikans stattgegeben worden, heißt es in einem Bericht des Katholischen Informationsdienstes für Afrika CISA.

Die staatlich kontrollierten Medien bezichtigen den Erzbischof einer außerehelichen Beziehung, die dieser aber stets abgestritten hat. Der Fall soll vom Gerichtshof in Bulawayo entschieden werden.

Erzbischof Ncube zog mit seinem Rücktritt die Konsequenzen „des vom Staat gesteuerten, boshaften Angriffs nicht nur gegen meine Person, sondern stellvertretend auch gegen die katholische Kirche in Simbabwe. Um meinen Mitbischöfen und der gesamten Kirche weitere Angriffe zu ersparen, habe ich entschieden, dass das der beste Weg sei.“

Er werde für eine „Erweiterung der humanitären Hilfe in dieser Zeit der äußersten nationalen Krise eintreten, besonders für Nahrungsmittel und Medikamente“. Es stünden ihm verschiedene Möglichkeiten offen. In den kommenden Wochen werde er sich entscheiden, wie er Gottes Werk in der bestmöglichen Weise fortsetzen könne.

„Ich möchte Gott durch das Gebet näher kommen und das Evangelium verkünden, damit die Menschen von der Eigensucht ablassen, um sich Gott und dem Nächsten zuzuwenden; und ich mich für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzen.“

In einer jüngst veröffentlichten gemeinsamen Erklärung (ZENIT berichtete) nannten die Bischöfe von Simbabwe die gegen Erzbischof Ncube erhobenen Anschuldigungen „ungeheuerlich“ und verwiesen darauf, dass die Bevölkerung sich nicht habe täuschen lassen von „Hasspropaganda und Rufmord, die gegen Menschen aus Simbabwe geschürt werden, die – wie Erzbischof Ncube – ihre Stimme zum Schutz der Unterdrückten erheben“.