Papst Benedikt XVI. ruft dazu auf, den Glauben nicht für sich zu behalten

Generalaudienz im Zeichen des Kirchenvaters Johannes Chrysostomos

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ROM, 19. September 2007 (ZENIT.org).- „Mit seinem Glaubenszeugnis trägt jeder Getaufte dazu bei, dass auch seine Mitmenschen das ewige Heil finden“, bekräftigte Papst Benedikt XVI. am Mittwoch während der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Und er fügte hinzu: „Der Heilige Geist stärke euch, damit ihr diesen Auftrag erfüllen könnt.“



Der Heilige Vater betrachtete Leben und Lehre des heiligen Kirchenvaters Johannes Chrysostomos (* um 349; † 14. September 407). Dieser „größte Redner der Spätantike“ habe sich nach einem sechsjährigen Eremitenleben, das ganz der Betrachtung „der ‚Gesetze Christi‘, der Evangelien und insbesondere der Paulusbriefe“ gewidmet war, zu einem der „produktivsten Kirchenvätern“ entwickelt: Von Chrysostomos, was übersetzt „Goldmund“ heißt und auf seine rednerischen Fähigkeiten hindeutet, sind uns 17 Abhandlungen, mehr als 700 Predigten, die Kommentare zu Matthäus und Paulus (Briefe an die Römer, die Korinther, die Epheser und die Hebräer) und 241 Briefe überliefert. Der Papst legte den Gläubigen die Lektüre dieser Werke nachdrücklich ans Herz.

Als unermüdlicher Prediger ist es dem heiligen Johannes von Antiochien nach Worten des Bischofs von Rom um nichts anderes gegangen, als „ganz Seelenhirte zu sein“ und aufzuzeigen, dass der Glaube „einen klaren Verstand und ein offenes Herz“ brauche. Papst Benedikt stellte diesbezüglich fest: „Beides – die Erkenntnis der Wahrheit und die Rechtschaffenheit in der Lebensführung – gehören zusammen: Erkenntnis muss zu Leben werden.“

Das missionarische Werk des großen Kirchenvaters – eine „große Katechese des Glaubens an Christus“ – habe zum Ziel gehabt, die Gläubigen zum Gebrauch ihrer Vernunft zu bewegen, „um die moralischen und geistlichen Anforderungen des Glaubens zu verstehen und in die Praxis umzusetzen“.

In seiner Predigt über den zweiten Brief an die Korinther wandte sich Johannes Chrysostomos an die Laien und sagte jedem einzelnen: „Auch dich macht die Taufe zum König, Priester und Propheten.“ Benedikt XVI. erklärte zu diesem Zitat, dass hier die grundlegende Pflicht zum missionarischen Engagement entspringe, „da jeder in gewissem Maße für das Heil der anderen verantwortlich ist“. Und mit einem weiteren Zitat des Heiligen betonte er. „Das ist das Prinzip unseres sozialen Lebens: uns nicht nur für uns selbst zu interessieren!“

Bei den Generalaudienz-Ansprachen des Heiligen Vaters handelt es sich um eine Katechesen-Reihe über die großen Gestalten des frühen Christentums, die bei den zwölf Aposteln ihren Anfang genommen haben.