Papst Benedikt XVI. sagt den Besuch an der römischen Universität „La Sapienza“ ab

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ROM, 15. Januar 2008 (ZENIT.org).- Das Presseamt des Vatikans teilte heute, Dienstag, am späten Nachmittag mit, dass Papst Benedikt XVI. den für Donnerstag vorgesehenen Besuch an der römischen Universität „La Sapienza“ abgesagt hat. Aufgrund der „den Besuch des Heiligen Vaters betreffenden wohl bekannten Vorfälle dieser Tage“ wurde es für angebracht erachtet, das Ereignis zu überdenken. Benedikt XVI. werde seine vorgesehene Ansprache an die Universität übersenden.



Der Rektor des Athenäums brachte sein Bedauern über die Entscheidung des Heiligen Vaters zum Ausdruck. Vertreter linksradikaler Studentenvereinigungen hatten heute das Rektorat besetzt, um gegen den Papstbesuch zu demonstrieren. Der Rektor meinte diesbezüglich, dass jeder frei sei, seinen Dissens zum Ausdruck zu bringen.

Die vatikanische Tageszeitung „Osserrvatore Romano“ wird in der morgigen Ausgabe (16.1.2008) einen Artikel von Giorgio Israel veröffentlichen. Israel ist ordentlicher Professor für Komplementäre Mathematik an der ersten römischen Universität. Sein Beitrag trägt die Überschrift: „Als Ratzinger Galileo in der Sapienza verteidigte.“

Der jüdische Gelehrte bezeichnet es als „überraschend, dass diejenigen, die das Motto Voltaires gewählt haben: ‚Ich werde bis zum Tode kämpfen, damit du das Gegenteil von dem sagen kannst, was ich denke’, es ablehnen, dass der Papst eine Ansprache an der römischen Universität La Sapienza hält.“

Für Israel ist eine laikale Kultur zum Vorschein gekommen, „die keine Argumente hat und dämonisiert, die nicht diskutiert wie eine wahre laikale Kultur, sondern Ungeheuer schafft“.

„Die Drohungen gegen den Papst sind ein dramatischer Vorfall, im kulturellen wie im zivilen Sinn.“