Papst Benedikt XVI. schreibt an Ökumenischen Patriarchen

"Bischof von Rom wird als Diener der Diener Gottes verstanden"

| 1569 klicks

ROM/ ISTANBUL, 1. Dezember 2009 (ZENIT.org).- In einer Grußbotschaft anlässlich des Sankt-Andreas-Festes hat Papst Benedikt XVI. an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. noch einmal seine Bereitschaft zum Dienst an der Einheit bekräftigt. „Die katholische Kirche versteht das Petrinische Amt als eine Gabe des Herrn an die Kirche. Dieses Amt sollte nicht aus dem Blickwinkel der Macht betrachtet werden, sondern vielmehr im Zusammenhang mit einer Ekklesiologie der Gemeinschaft, als einen Dienst an der Einheit in der Wahrheit und Liebe", schrieb der Papst. Seine Botschaft erhielt der Patriarch aus der Hand Kardinal Walter Kaspers, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Der heilige Andreas ist Patron des Ökumenischen Patriarchats, weswegen alljährlich eine Delegation zu diesem Festtag aus dem Vatikan zum Phanar in Istanbul, dem Sitz des Patriarchen, reist. Der Papst betonte, dass die volle Gemeinschaft zwischen Orthodoxen und Katholiken eintreten müsse, ohne Behinderung durch die, die sich an die Erinnerung an historische Differenzen festklammerten, was deren Öffnung für den Heiligen Geist .erschwere, „der die Kirche führt und alle menschlichen Fehler in Chancen für das Gute verwandeln kann."

Im Oktober hatte zuletzt die gemischte Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen in Paphos auf Zypern über die "Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend" getagt. Orthodoxe Geistliche hatten dabei die Sitzung gestört. Weil sie eine Unterwerfung der Orthodoxen durch den Papst in Rom fürchten, verlangten sie einen Abbruch der Gespräche (ZENIT berichtete).

Der Bischof von Rom, der den Vorsitz in Liebe führe werde als Servus Servorum Dei, Diener der Diener Gottes, verstanden, schrieb der Papst. Es sei also eine Frage des gemeinsamen Suchens nach den Formen, in denen das Amt des Bischofs von Rom einen Dienst der Liebe leisten könne. „Lasset uns deshalb Gott um seinen Segen bitten und möge der Heilige Geist uns auf diesem schwierigen und zugleich aussichtsreichen Weg leiten."

Die katholische Kirche teilte mit den orthodoxen Kirchen das Zeugnis über den Würde der menschlichen Person, über ethische Werte wie die Förderung von Gerechtigkeit und Frieden, und antworteten beide auf das Leiden, das weiterhin die Welt plage, besonders den Hunger, die Armut, Analphabetismus sowie die ungleiche Verteilung von Ressourcen. Beide Seiten teilten denselben Wunsch, die Schöpfung zu bewahren. (mk)