Papst Benedikt XVI. trauert über den Tod von Kardinal Lustiger

Emeritierter Erzbischof von Paris (Frankreich) starb am 5. August

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ROM, 17. August 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. brachte seine Trauer über den Tod des emeritierten Erzbischofs von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, zum Ausdruck. Kardinal Lustiger erlag am Sonntag, dem 5. August, im 81. Lebensjahr seinem schweren Krebsleiden. Die Exequien wurden am 10. August in der Kathedrale Notre Dame de Paris zelebriert. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Kardinal den Priestern seiner Diözese mitgeteilt, dass er schwer krank sei.



In einem eigenhändig unterzeichneten Beileidstelegramm an den Pariser Erzbischof André Vingt-Trois bedauert der Heilige Vater den Verlust „dieser bedeutenden Persönlichkeit der Kirche in Frankreich“.

Aaron Lustiger wurde am 17. September 1926 in einer jüdischen Familie polnischer Herkunft geboren. Mit 14 Jahren bat er um die Taufe und nahm den Namen Jean-Marie an. Seine Mutter und einige andere Verwandte kamen 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ums Leben.

1954 wurde Jean-Marie Lustiger zum Priester geweiht und war 15 Jahre lang als Universitätsseelsorger an der Pariser Universität Sorbonne tätig.

Papst Benedikt XVI. blickt in seiner Botschaft auf diese Zeit zurück und hebt hervor, dass sich der Kardinal sein „Interesse an der Jugend“ immer bewahrt habe.

Papst Johannes Paul II. ernannte P. Lustiger 1979 zum Bischof von Orleans und 1981 zum Erzbischof von Paris.

Benedikt XVI. beschreibt den Dienst des verstorbenen Hirten: „In den Gemeinden, die ihm anvertraut waren, trug er zur Entfaltung des missionarischen Einsatzes unter den Gläubigen bei und setzte sich besonders für die Erneuerung der Ausbildung der Priester und Laien ein. Ich danke Gott für seinen bischöflichen Dienst und gedenke eines Hirten, der leidenschaftlich nach Gott suchte und danach strebte, das Evangelium der Welt zu verkünden.“

Der Papst hebt hervor, dass sich Kardinal Lustiger „großherzig in der Förderung der brüderlichen Beziehungen zwischen Christen und Juden hingab“. Er bezeichnet den verstorbenen Kardinal als „intellektuell weitsichtig“ und erklärt in diesem Zusammenhang, dass dieser stets gewusst habe, wie er seine „Talente in den Dienst des Glaubens stellen“ könnte, um das Evangelium „in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens“ hineinzutragen.

Kardinal Lustiger verfasste selbst den Text, der auf seiner Gedenktafel in Notre Dame zu lesen ist: „Ich bin als Jude geboren. Ich trage den Namen meines Großvaters väterlicherseits, Aron. Christ geworden durch den Glauben und die Taufe, bin ich doch Jude geblieben, wie es auch die Apostel geblieben sind. Meine heiligen Patrone sind der Hohepriester Aron, der heilige Apostel Johannes, die heilige Maria voll der Gnade. Von Papst Johannes Paul II. zum 139. Erzbischof von Paris ernannt, wurde ich am 27. Februar 1981 in dieser Kathedrale inthronisiert und habe meinen gesamten priesterlichen Dienst hier verrichtet. Wer hier vorbeigeht, möge für mich beten. - Aron Jean-Marie Kardinal Lustiger, Erzbischof von Paris.“