Papst Benedikt XVI. trauert um Bischof Wilhelm Emil Egger

Der Bischof von Bozen-Brixen erlag am vergangenen Samstag an den Folgen eines Herzinfarkts

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ROM, 18. August 2008 (ZENIT.org).- Wilhelm Egger, Diözesanbischof von Bozen-Brixen, ist tot. Der 68-Jährige erlitt am Samstagabend einen Herzinfarkt. Seine Haushälterin, die das Abendessen gekocht hatte, wartete vergeblich auf den Bischof. Als sie ihn nach mehrmaligem Rufen in seiner Wohnung suchte, fand sie ihn lebend, aber bewusstlos am Boden. Ein Notarzt bemühte sich erfolglos um Wiederbelebung. Am Sonntagmittag läuteten zum Andenken an den aus Innsbruck stammenden Hirten in allen Südtiroler Kirchen für zehn Minuten die Glocken.



Wilhelm Egger wurde 1940 in Innsbruck geboren. 1956 trat er in den Kapuzinerorden ein. Er studierte Theologie in Fribourg, Rom und Jerusalem. Am 29. Juni 1965 wurde er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Kurt in Brixen zum Priester geweiht. 21 Jahre später, am 29. Juli 1986, ernannte Papst Johannes Paul II. Wilhelm Egger zum Diözesanbischof von Bozen-Brixen. Am 31. August desselben Jahres wurde Egger im Brixener Dom von seinem Vorgänger Joseph Gargitter zum Bischof geweiht. Sowohl in der Kirche in Italien als auch auf weltkirchlicher Ebene hatte Egger bedeutende Funktionen inne. So war er Präsident der Katholischen Bibelföderation und Ökumene-Beauftragter der Bischofskonferenz des Triveneto (Nordost-Italien).

Papst Benedikt XVI. hatte seinen diesjährigen Sommerurlaub in Brixen verbracht und für zwei Wochen im Brixener Seminar gewohnt. Während dieser Zeit begegnete er mehrmals Bischof Egger, mit dem ihn auch eine persönliche Freundschaft verband.

Bei seiner letzten Pressekonferenz kurz vor der Abreise des Papstes hatte Egger seine Zufriedenheit über diese Zeit des Aufenthalts des Papstes in Südtirol unverholen zum Ausdruck gebracht. Benedikt XVI. hatte sich nicht zuletzt dank der organisatorischen Umsicht Eggers 15 Tage erholen können. In dieser Zeit hätten sich ihre engen freundschaftlichen Bande durch die „Gespräche über die Freuden und Leiden der Diözese“ während der gemeinsamen Mahlzeiten und Autofahrten weiter vertieft, so Bischof Egger.

Papst Benedikt XVI. brachte nach dem Angelusgebet am gestrigen Sonntag seine tiefe Trauer über das Hinscheiden des ihm nahe stehenden Bischofs zum Ausdruck. Tief bewegt habe er vom Ableben Eggers erfahren, den er vor wenigen Tagen bei scheinbar guter Gesundheit zurückgelassen habe. Nichts habe an einen so plötzliches Tod denken lassen.

Benedikt XVI. versicherte sein Gebet für den „guten und treuen Diener“ des Herrn, und übermittelte dem Bruder von Bischof Egger, der Verwandtschaft und allen Priestern, Ordensleuten und Gläubigen der Diözese Bozen-Brixen einen besonderen tröstenden Apostolischen Segen.

Die Diözese Brixen-Bozen wird nun vorübergehend von Josef Matzneller geleitet, der gestern, Sonntag, vom Kollegium der Konsultoren einstimmig zum Diözesanadministrator gewählt wurde. Der Diözesanadministrator hat (mit bestimmten Ausnahmen) Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs. Sein Amt erlischt in der Regel mit der Inbesitznahme des Bistums durch den neuen Bischof.

Matzneller bat alle Gläubigen, Bischof Wilhelm Egger in ihr Gebet einzuschließen, und kündigte an, dass heute, Montag, um 20.00 Uhr im Dom zu Bozen (genauso wie am Sonntag) der Rosenkranz für Bischof Egger gebetet werde.

Morgen, Dienstag, wird im Dom um 15.00 Uhr das Requiem stattfinden. Im Anschluss daran wird Bischof Egger in die Kirche des Priesterseminars überführt und dort aufgebahrt werden. Am Abend des 19. und 20. August wird jeweils um 20.00 Uhr der Rosenkranz für Bischof Egger in der Kirche des Priesterseminars gebetet.

Der Sterbegottesdienst für Bischof Egger ist für Donnerstag, 15.00 Uhr, angesetzt. Ausgehend von der Kirche des Priesterseminars, werden die Gläubigen in Prozessin vom Priesterseminar über Hartwiggasse, Brunogasse, Hofbugplatz, Hofgasse, Kleiner Graben, Großer Graben, an der Pfarrkirche vorbei, in den Dom zu Brixen einziehen, wo Bischof Egger im Querschiff des Doms beigesetzt werden wird.

Am Beerdigungstag sollen um 12.00 Uhr mittags zum Zeichen der Trauer die Glocken aller Pfarrkirchen läuten.